1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2Im Anfang war es bei Gott. 3Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. 6Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
7Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. 9Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
10Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 11Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
2Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, 13die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 15Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
16Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. 17Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 18Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ (Joh 1, 1)

… „Meine Tochter, wundere dich nicht. Meinem Willen ist alles möglich. Die wahre Liebe beginnt, wenn sie vollkommen ist, bei sich selbst. Das wahre Vorbild ist die Heiligste Dreifaltigkeit. Mein Himmlischer Vater liebte sich selbst und zeugte in seiner Liebe seinen Sohn, also liebte Er sich selbst in seinem Sohn.
Ich, sein Sohn, liebte Mich selbst im Vater, und aus dieser Liebe ging der Heilige Geist hervor. In dieser Liebe zu sich selbst zeugte der Himmlische Vater eine einzige Liebe, eine einzige Macht und Heiligkeit usw. Dies legte die unzertrennliche Einheit der Drei Göttlichen Personen fest.
Auch als Wir die Schöpfung schufen, liebten Wir Uns selbst. So liebten Wir Uns selbst, als Wir den Himmel ausbreiteten und die Sonne schufen. Es war die Liebe zu Uns selbst, die Uns drängte, so viele Dinge zu erschaffen, die Unser würdig und unzertrennlich von Uns waren.
Als Wir den Menschen erschufen, war die Liebe zu Uns selbst noch intensiver, und indem Wir Uns selbst in ihm liebten, reproduzierte unsere Liebe unser Leben und die Ähnlichkeit mit Uns auf dem Grunde seiner Seele. Man kann nicht geben, was man nicht hat, und da unsere Liebe vollkommen war, konnten Wir, die Wir Uns selbst liebten, Uns nicht von dem trennen, was aus Uns hervorging.
Wenn jetzt unser Wille möchte, dass der Mensch in Ihm lebe, damit Er sein Reich in ihm errichten kann, liebt Er sich [dabei] selbst. Indem Er sich selbst liebt, will Er das geben, was Er besitzt.
Er ist erst dann zufrieden, wenn Er die Wiederholung unseres Lebens heranbildet, wenn Er in den menschlichen Akten wirkt und sie triumphierend und siegreich zu unserer höchsten Glorie und Ehre in unseren göttlichen Schoß trägt, damit Wir unser Leben in seinem Wirken in der Seele erkennen, die in seinem Willen lebt.
Dies genau bedeutet es, sich in dem, was man tun und hervorbringen will, selbst zu lieben: Sich selbst zu geben, um ein anderes Wesen bilden zu können, das einem ähnlich ist. Unser Wille ist jener, der unser Leben fruchtbar macht und aussät.
Wo Er disponierte Seelen findet, liebt Er sich selbst und befruchtet sie mit seiner Liebe und sät in ihnen seine göttlichen Akte aus, die in ihrer Gesamtheit das große Wunder des Lebens Gottes in der Seele bilden…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 19. Oktober 1937)

„Alles ist durch das Wort geworden“ (Joh 1, 3)

„Meine Tochter, alle geschaffenen Dinge sind in Einheit mit meinem Göttlichen FIAT. Während der Göttliche Wille in so viele Akte aufgespalten ist, sind diese Akte in der Einheit desselben Göttlichen Willens, untereinander verbunden und untrennbar voneinander. Betrachte die Sonne: ihr Licht ist ein von den anderen geschaffenen Dingen verschiedener Akt, doch ihr Licht verbindet alle, erfüllt die Erde und verbindet sie mit ihrem Licht.
Und die Erde verbindet sich mit ihr und trinkt in großen Zügen die Quelle des Lichts, empfängt seine Wirkungen, seine Glut und seine feurigen Küsse, und bildet einen einzigen Akt mit der Sonne. Das Licht erfüllt die Luft und macht sich untrennbar von ihr, erfüllt das Wasser; und das Wasser versenkt sich im Licht, und sie verbinden sich in ihrer Einheit.
Mit einem Wort, da der Wille einer ist, der sie alle beherrscht, sind die geschaffenen Dinge so untereinander verbunden, dass sie unzertrennlich voneinander werden, und eines nicht ohne das andere sein könnte. Nun besitzt die Seele, die in meinem Göttlichen FIAT lebt, die Einheit mit Ihm und ist daher untrennbar von allen Akten, die die Einheit meines Willens hervorbringt.
Die Einheit mit Ihm verbindet sie mit Gott und bringt Mir die Glorie des göttlichen Wirkens dar, verbindet sie mit den Engeln und Heiligen und gibt Mir die Herrlichkeit der Engel und Heiligen. Diese Einheit verbindet sie mit der ganzen Schöpfung und gibt Mir die Glorie des Himmels, der Sonne, des Meeres; kurzum, von allem, wo mein Wille wirkt, bleibt sie untrennbar und bildet ihre Einheit mit ihm.
Deshalb kann nur jene [Seele], die in meinem Willen lebt, Mir die Liebe und Herrlichkeit der ganzen Schöpfung und der ganzen Erlösung geben, es gibt keinen Akt in Ihm, von dem die Seele getrennt wäre.
Die anderen Seelen können dies mit Worten beteuern, aber nur wer in meinem Willen lebt, besitzt die Fakten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 15. August 1927)

„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh 1, 4)

Diesen Morgen sagte mir mein anbetungswürdiger Jesus, als Er kam: „Wie die Sonne das Licht der Welt ist, so wurde das Wort Gottes, als Es Fleisch wurde, das Licht der Seelen.
Und wie die materielle Sonne Licht im Allgemeinen gibt und jedem einzelnen im Speziellen, sodass es jeder genießen kann, als wäre es sein eigen, so ist das Wort [Gottes], während Es Licht im Allgemeinen gibt, Sonne für jeden im Besonderen; jeder kann also diese Göttliche Sonne haben, als wäre sie für ihn allein.“
Wer beschreibt, was ich über dieses Licht verstand und die wohltätigen Wirkungen, welche reichlich die Seelen erfüllen, die diese Sonne bewahren, als ob sie ihr eigen wäre? Es schien mir, dass die Seele, die dieses Licht besitzt, die Finsternis des Geistes zerstreut, wie die irdische Sonne, die sich über unseren Horizont erhebt, die Finsternis der Nacht vertreibt.
Wenn die Seele kalt ist, wärmt sie dieses Göttliche Licht; ist sie entblößt von Tugenden, macht es die Seele fruchtbar; wenn sie von der verderblichen Krankheit der Lauheit befallen ist, saugt das Licht mit seiner Hitze diese schlechte Flüssigkeit auf.
Kurzum, um es nicht zu sehr in die Länge zu ziehen, kann man sagen: diese Göttliche Sonne führt die Seele in die Mitte ihrer Sphäre ein, bedeckt sie mit all ihren Strahlen und formt die Seele schließlich in ihr eigenes Licht um. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 25. März 1900)

———————–

Als ich inmitten Ängsten, Zweifeln und Unruhe war, dass alles ein Werk des Teufels sei, sagte mir mein anbetungswürdiger Jesus bei seinem Kommen:
„Meine Tochter, Ich bin [die] Sonne und erfülle die Welt mit Licht, und wenn Ich zu einer Seele gehe, wird in ihr eine weitere Sonne gebildet, sodass sich diese Sonne gegenseitig ständig mittels der Lichtstrahlen beschießen. Nun, zwischen diesen zwei Sonnen bilden sich Wolken, welche die Abtötungen, Demütigungen, Widersprüche, Leiden und anderes sind.
Wenn dies wahre Sonnen sind, haben sie so viel Kraft, dass sie, einander ständig durchdringend, über diese Wolken triumphieren und sie in Licht verwandeln. Wenn sie aber scheinbare und falsche Sonnen sind, haben die Wolken, die sich zwischen ihnen bilden, die Kraft, diese Sonnen in Finsternis zu verwandeln.
Dies ist das sicherste Zeichen, um zu wissen, ob Ich es bin oder der Teufel; und nachdem eine Person dieses Zeichen empfangen hat, kann sie ihr Leben hingeben, um die Wahrheit zu bekennen, dass es Licht ist und keine Finsternis.“
Ich grübelte in meinem Geist darüber nach, ob diese Zeichen in mir vorhanden sind und sehe mich so voller Fehler, dass ich keine Worte habe, meine Schlechtigkeit auszudrücken.
Ich verliere jedoch nicht das Vertrauen, sondern hoffe vielmehr, dass die Barmherzigkeit des Herrn Mitleid mit diesem armen Geschöpf haben möge.. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 30. November 1902)

———————–

Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, sah ich das kleine Jesuskind mit einer Faust voll Licht in seiner Hand, und durch seine Finger flossen die Strahlen heraus. Ich war bezaubert und Er sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Vollkommenheit ist Licht. Wer sagt, dass er sie erreichen will, der macht es wie jemand, der einen Körper aus Licht in seiner Hand ergreifen möchte. Wenn er es versucht, entwischt ihm das Licht durch seine Finger, bloß seine Hand bleibt in dieses Licht versenkt. Nun, das Licht ist Gott, und Gott allein ist vollkommen, und die Seele, die vollkommen sein will, tut nichts anderes, als die Schatten und Tröpfchen Gottes zu ergreifen, und manchmal tut sie nichts anderes, als im Licht, d.h., in der Wahrheit allein zu leben.
Und wie das Licht tiefer dringt und mehr Raum einnimmt, je mehr leeren und tieferen Raum es vorfindet, so erfüllt das Göttliche Licht eine Seele umso mehr, je leerer und demütiger sie ist, und teilt ihr seine Gnaden und Vollkommenheiten mit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 22. Dezember 1904)

———————–

Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus, und weil ich seit einigen Tagen ganz zusammengezogen war, sodass ich mich bewegungsunfähig fühlte, sagte Er zu mir, indem Er meine Hände in die seinen nahm: „Meine Tochter, lass Mich dich lösen.“
Und indem Er sich nahe zu mir begab, legte Er meine Arme über seine Schultern, und sagte zu mir: „Nun bist du gelöst. Drücke dich an Mich, der Ich gekommen bin, um dir Gesellschaft zu leisten und im Gegenzug die deine zu erhalten.
Siehst du, Ich bin der von den Menschen isolierte Gott: Ich lebe in ihrer Mitte, bin das Leben eines jeden ihrer Akte, und sie sehen Mich an, als wäre Ich nicht bei ihnen.
O, wie beweine Ich meine Einsamkeit! Mich hat dasselbe Schicksal getroffen wie die Sonne: während sie mit ihrem Licht und ihrer Wärme inmitten aller lebt, und es keine Fruchtbarkeit gibt, die nicht von ihr kommt, und sie mit ihrer Hitze die Erde von so viel Unflat reinigt und ihre Güter unzählige sind, die sie großzügig über alle niedersteigen lässt, lebt sie doch stets allein in der Höhe und der undankbare Mensch entsendet ihr nie ein „Danke!“, ein Zeichen der Anerkennung.
So bin ich: Allein, immer allein, während Ich in ihrer Mitte das Licht eines jeden Gedanken bin, der Klang eines jeden Wortes, die Bewegung eines jeden Werkes, der Schritt eines jeden Fußes, der Schlag eines jeden Herzens; und der undankbare Mensch lässt Mich allein, sagt Mir kein „Dankeschön“, kein „Ich liebe Dich“.
Ich bleibe im Intellekt allein, denn das Licht, das Ich ihnen gebe, verwenden sie für sich selbst, und vielleicht, um Mich zu beleidigen. In den Worten bleibe Ich allein, denn der Klang, den sie bilden, dient oftmals dazu, um Mich zu lästern. Ich bleibe allein in den Werken, weil sie sich ihrer bedienen, um Mich zu töten, in den Schritten, im Herzen, die nur beabsichtigen, Mir ungehorsam zu sein und das zu lieben, was nicht Mir angehört.
O, wie lastet diese Einsamkeit auf Mir! Doch meine Liebe und Großmut sind so groß, dass Ich wirksamer als die Sonne meinen Lauf fortsetze, und in meinem Lauf halte Ich Ausschau, ob Mir jemand in so großer Einsamkeit Gesellschaft leisten will, und wenn Ich ihn finde, bilde Ich meine ständige Gesellschaft mit ihm und überschütte ihn überreich mit all meinen Gnaden.
Deshalb bin Ich zu dir gekommen, Ich war so vieler Einsamkeit müde, lasse Mich nie allein, meine Tochter!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 26. Juni 1922)

———————–

… Der süße und höchste Jesus, auf Besuch zu meiner kleinen Seele: aus dem Inneren seiner anbetungswürdigen Person strömten Meere von grenzenlosem Licht hervor, aus dessen Inneren Seelen hervortraten, welche die Erde und den ganzen Himmel bevölkerten. Jesus rief mich und sagte zu mir:
„Meine Tochter, komm in dieses Licht, hier wünsche Ich dich! Die Wirkung meines Lichtes ist dies, und seine Bewegung als Quell des Lebens tut nichts anderes als aus dem Inneren seines Lichtschoßes Seelen, d.h. geschöpfliche Leben, hervorgehen zu lassen. Seine Macht ist so groß, dass mein Licht, sobald es sich bewegt, Seelen hervorsprudeln lässt, und Ich wünsche meine Geliebte zusammen mit Mir im Schoß meines Lichtes, d.h. meines Willens.
Ich möchte nämlich bei der Erschaffung und Hervorbringung der Seelen nicht allein sein, sondern wünsche deine Gesellschaft, damit du das große Wunder der Erschaffung der Seelen und unsere übergroße Liebe erkennst. Da Ich dich in meinem Willen möchte, will Ich die Seelen in dir verwahren, sie dir anvertrauen und in ihrem Pilgerstand auf Erden nicht allein lassen, sondern wünsche jemanden bei Mir, der sie für Mich beschützt und verteidigt.
O wie süß ist Mir die Gesellschaft einer Seele, die sich um die aus Mir hervorgegangenen Leben sorgt! Das ist Mir so wohlgefällig, dass Ich die in meinem Willen lebende Seele zur Schatzkammer der Erschaffung der Seelen mache, zum Kanal, durch den Ich sie ins Dasein treten lasse und zum Kanal, durch den sie wieder in die Himmlische Heimat eingehen.
Alles will Ich dem geben, der in meinem Fiat leben möchte. Die Gesellschaft dieser Seele ist meiner Liebe, meinen [Liebes]Ergüssen und meinen Werken nötig, die erkannt wer-den wollen. Etwas zu tun und nicht anerkannt zu werden – dies gleicht Werken, die sich keines Triumphes rühmen noch von Sieg und Ehre singen können.
Versage Mir daher deine Gesellschaft nicht, du würdest deinem Jesus einen Liebeserguss versagen, und meinen Werken würde das Geleit und die Anerkennung des Geschöpfs fehlen. Sie würden isolierte Werke bleiben, und meine zurückgehaltene Liebe würde sich in Gerechtigkeit verwandeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 25. Dezember 1931)

„Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Jhn 1, 5)

… Danach fragte ich mich: „Doch welchen Schaden richtet die Seele an, wenn sie ihren eigenen menschlichen Willen tut?“ Und Jesus erwiderte:
„Meine Tochter, das Übel ist groß. Mein Wille ist Licht, und der menschliche ist Finsternis. Der Meine ist Heiligkeit und der menschliche Wille ist Sünde, Meiner ist Schönheit und enthält jedes Gut, der menschliche ist Hässlichkeit und enthält jedes Übel. So lässt die Seele mit dem Nicht-Tun meines Willens das Licht sterben, ertötet die Heiligkeit, die Schönheit und alles Gute.
Mit dem Tun ihres eigenen Willens lässt sie die Finsternis geboren werden, lässt die Sünde, die Hässlichkeit und alle Übel aufleben. Und doch scheint es für die Menschen wie [ein unbedeutendes] Nichts zu sein, den eigenen Willen zu tun, während sie sich [in Wirklichkeit] in einen Abgrund der Übel stürzen, der sie zum Absturz bringt.
Scheint es dir trivial, dass mein Wille, während Er ihnen sein Licht, seine Heiligkeit, Schönheit und alle seine Güter bringt – und zwar nur, weil Er die Geschöpfe liebt – die Beleidigung erfährt, in ihnen sein Licht, seine Heiligkeit, Schönheit und all seine Güter sterben zu sehen?
Meine Menschheit empfand diesen Tod so sehr, den der menschliche Wille dem Licht und der Heiligkeit seines Willens in ihnen bereitete, dass man sagen kann, dass Ich einen wahren Tod fühlte. Ich empfand nämlich die Qual und Last eines Todes eines unendlichen Lichtes und einer unendlichen Heiligkeit, welche das Geschöpf in sich zu zerstören gewagt hatte.
Meine Menschheit stöhnte und fühlte sich von so vielen Toden zermalmt, wie oft sie es gewagt hatten, das Licht und die Heiligkeit meines Göttlichen Willens in sich zu töten.
Welches Unglück wäre es für die Natur, wenn die Menschen das Licht der Sonne vernichten würden, den reinigenden Wind, die Luft, die sie atmen! Es würde ein solches Chaos herrschen, dass alle Geschöpfe sterben müssten. Und doch ist das Licht meines Willens mehr als eine Sonne für die Seelen, mehr als der Wind, der reinigt, mehr als die Luft zum Atmen.
So kannst du aus der Unordnung, die folgen würde, wenn sie das Sonnenlicht, den Wind und die Luft vernichten würden, begreifen, welches Übel es ist, wenn man meinen anbetungswürdigen Willen nicht tut, den Akt des primären Lebens und das Zentrum aller Geschöpfe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 22. April 1928)

„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Jn 1,4+5)

„Die Sonne ist zum Wohle aller da, doch nicht alle genießen ihre wohltuenden Wirkungen. So spendet die Göttliche Sonne allen ihr Licht, doch wer erfreut sich ihrer wohltuenden Wirkungen? Wer seine Augen offen hält für das Licht der Wahrheit.
Alle anderen, selbst wenn sie der Sonne ausgesetzt sind, bleiben im Dunkeln; wer jedoch ganz darauf ausgerichtet ist, Mir zu gefallen, genießt wirklich die Fülle dieser Sonne und empfängt sie auch.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 5; 16. Juni 1903)

„… Aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Jhn 1, 11)

… „Meine Tochter, komm in meine Arme und in mein Herz hinein. Ich habe Mich mit den eucharistischen Schleiern verhüllt, um keine Angst einzujagen. Ich bin in diesem Sakrament in den tiefsten Abgrund der Demütigungen hinabgestiegen, um das Geschöpf bis zu Mir zu erheben, um es ganz in Mich hineinzuversetzen, sodass Ich mit ihm eine Einheit bilde.
Und indem Ich mein sakramentales Blut in seinen Adern fließen lasse, mache Ich Mich zum Leben seines Herzschlages, seiner Gedanken und seines ganzen Wesens. Meine Liebe verzehrte Mich und wollte das Geschöpf in meinen Flammen verzehren, damit es als zweites Ich-Selbst wiedergeboren werde. Daher wollte Ich Mich unter diesen eucharistischen Schleiern verbergen und so verborgen in das Geschöpf eintreten, um diese Umwandlung des Geschöpfs in Mich zu bewerkstelligen.
Doch damit diese Umwandlung gelingt, bedarf es der Disposition seitens der Geschöpfe, und wie meine bis zum Übermaß gehende Liebe das eucharistische Sakrament einsetzte, so gewährte sie aus dem Inneren meiner Gottheit heraus auch weitere Gnaden, Gaben, Gunst und Licht zum Wohle des Menschen, um ihn zu einem würdigen Kommunionempfang zu befähigen.
Ich kann behaupten, dass meine Liebe so viel Gutes schenkte, dass es die Gaben der Schöpfung übertrifft. Ich wollte dem Menschen zuerst die Gnaden schenken, Mich zu empfangen, und dann Mich selbst geben, um ihm die wahre Frucht meines sakramentalen Lebens zu verleihen.
Doch um den Seelen mit diesen Gaben zuvorzukommen, bedarf es ein wenig der Leere von sich selbst, des Hasses gegen die Sünde, des Verlangens, Mich zu empfangen.
Diese [meine] Gaben steigen nicht zur Fäulnis oder in den Schlamm hinab, deshalb sind die Seelen ohne meine Gaben nicht richtig disponiert für meinen Empfang, und wenn Ich dann zu ihnen hinabsteige, finde Ich nicht den freien Platz, um mein Leben mitzuteilen; Ich bin für sie wie tot, und sie sind wie tot für Mich.
Ich brenne und sie spüren meine Flammen nicht, Ich bin Licht und sie werden noch blinder. Ach, wie viele Schmerzen leide Ich in meinem sakramentalen Leben! Viele fühlen wegen mangelnder Vorbereitung nichts Besonderes bei meinem Empfang und ekeln Mich sogar an, und wenn sie Mich weiterhin empfangen, stellen sie mein ständiges Kalvaria dar und bereiten sich die ewige Verdammnis.
Wenn es nicht die Liebe ist, die sie antreibt, Mich zu empfangen, dann fügen sie Mir eine weitere Beleidigung zu und häufen in ihrer Seele eine weitere Sünde auf. Bete also und leiste Wiedergutmachung für so viel Missbrauch und Sakrilegien beim Kommunionempfang.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 27. März 1923)

„Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“ (Jhn 1, 12)

…“Weißt du, wie dein Schöpfer zu dieser Heiligkeit des Lebens in meinem Willen stehen wird? Er wird einem König gleichen, der keine Nachkommenschaft hat. Dieser König erfreut sich nie der Zuneigung eines eigenen Sohnes, noch kann er all seine väterlichen Liebkosungen oder liebevollen Küsse großzügig verschenken, weil er in niemandem seinen Nachkommen und seine [eigenen] Züge erblickt, und einen, dem er das Los seines Reiches anvertrauen könnte.
Dieser Arme lebt stets mit einem Dorn im Herzen, er ist stets von Dienern und Personen umgeben, die ihm nicht ähnlich sind. Wenn diese in seiner Nähe sind, dann nicht aus reiner Liebe, sondern aus Eigeninteresse, um Reichtümer und Ehren zu erlangen, und vielleicht auch, um ihn zu verraten.
Stell dir nun vor, dass nach langer Zeit ein Sohn von ihm das Licht der Welt erblickt. Welch ein Fest ist das doch für diesen König! Wie küsst und liebkost er ihn und kann den Blick nicht von seinem Sohn abwenden, in dem er sein Abbild erkennt.
Kaum geboren, vererbt er ihm sein Reich und alle seine Güter, und seine vollständige Freude und Festfeier besteht darin, dass sein Reich nicht mehr Fremden und Dienern gehören wird, sondern seinem lieben Sohn. Nun kann man sagen, dass das, was dem Vater gehört, auch dem Sohn gehört, und was dem Sohn gehört, dem Vater gehört.
Nun, wer das Reich meines Willens besitzen wird, ist für Uns wie ein nach etwa sechstausend Jahren geborener Sohn. Welche Freude und Festlichkeit wird es für Uns bedeuten, in ihm unser Abbild unversehrt und schön zu erblicken, so wie Wir ihn aus unserem väterlichen Schoß hervorgehen ließen! Alle Liebkosungen, Küsse und Geschenke werden für diesen Sohn sein.
Da Wir dem Menschen bei der Schöpfung das Reich unseres Willens als sein besonderes Erbe vermachten, und dieses unser Reich so lange Zeit in Händen von Fremden, Dienern und Verrätern war, wird unsere Freude noch größer sein, wenn Wir jenen sehen, der es als Sohn besitzen und Uns die Herrlichkeit des Reiches unseres Willens geben wird, und wenn Wir sehen, dass dieses unser Erbe seitens jenes Sohnes in Sicherheit gebracht werden wird. Ist es nicht gerecht, dass Wir ihm alles geben, auch Uns selbst, und dass er alles und alle einschließt?”
Als Jesus dies gesagt hatte, fragte ich Ihn nachdenklich: „Meine Liebe, ist all dies möglich?”
Und Jesus fügte hinzu: „Meine Tochter, wundere dich nicht. Denn mit dem Besitz des Reiches des Höchsten Willens wird die Seele einen Göttlichen Willen besitzen, der unendlich und ewig ist und alle Güter einschließt; wer daher alles besitzt, kann Uns alles geben.
Wie groß wird unsere Freude und unser und ihr Glück sein, die Kleinheit der Seele in diesem unserem Reich zu sehen, die ständig von Uns nimmt, als Besitzerin und unsere Tochter. Da das, was sie von Uns nimmt, göttlich ist, nimmt sie das Göttliche, und gibt Uns Göttliches, sie nimmt das Unendliche und gibt Uns Unendliches, sie nimmt unermessliche Dinge von Uns und unermessliche Dinge gibt sie Uns, sie nimmt Licht von Uns und bringt Uns Licht.
Sie wird nichts anderes tun, als zu nehmen und Uns zu geben. Wir werden ihr all das Unsrige zur Verfügung stellen, damit in dieses ihr von Uns geschenkte Reich unseres Willens, nichts mehr eintritt, was Uns fremd ist, sondern nur unser Eigentum. So können Wir die Früchte, den Ruhm, die Liebe und Ehre des Reiches unseres Willens empfangen.
Sei deshalb aufmerksam, und dein Flug in unserem Willen sei andauernd.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 2. Juli 1926)

„Die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1, 13)

… „Tochter meines Willens, warum machst du dir Sorgen? So geschieht es auch in der Schöpfung: wie lange Zeit hielt Ich sie doch – wirklich gebildet – in meinem Schoß! Und als es Mir gefiel, brachte Ich sie ans Licht; und die Erlösung selbst, wie viel weitere Zeit behielt Ich sie nicht in Mir?
Ich könnte sagen – ab aeterno – und doch wartete Ich so lange, um vom Himmel herabzusteigen und ihr die Vollendung zu geben. Dies ist meine Angewohnheit: zuerst befruchte Ich meine Werke, forme sie in Mir, und zur passenden Zeit bringe Ich sie hervor.
Ja, du sollst vielmehr wissen, dass meine Menschheit in sich zwei Generationen einschloss: die Kinder der Finsternis und die Kinder des Lichtes. Für die ersten kam Ich, um sie zu erlösen, und Ich gab daher mein Blut, um sie in Sicherheit zu bringen.
Meine Menschheit war heilig und erbte nichts von den Erbärmlichkeiten des ersten Menschen, und obwohl sie ihm in den natürlichen Beschaffenheiten ähnlich war, war Ich doch unantastbar für den kleinsten Makel, der einen Schatten auf meine Heiligkeit werfen könnte. Mein Erbe war allein der Wille meines Vaters, in Dem Ich alle meine menschlichen Akte ausführen sollte, um in Mir die Generation der Kinder des Lichtes zu bilden.
Siehst du, es wurde Mir geschenkt, diese Generation gerade im Schoß des Willens meines Vaters im Himmel heranzubilden, und Ich ersparte Mir keine Mühen, noch Akte, noch Leiden, noch Gebete, ja vielmehr stand diese Generation an der Spitze aller Dinge, die Ich tat und litt, sodass Ich sie in Mir empfing, sie fruchtbar machte und formte.
Es waren gerade sie, diese Kinder des Lichtes, die Mir der Himmlische Vater mit soviel Liebe anvertraut hatte: es war mein bevorzugtes Erbe, das Mir im Heiligsten Höchsten Willen übergeben wurde.
Nachdem Ich nun die Güter der Erlösung bekanntgemacht und geoffenbart habe, wie Ich alle gerettet wissen will, indem Ich ihnen alle nötigen Mittel dazu gebe, gehe Ich noch weiter, um zu enthüllen, dass in Mir eine weitere Generation existiert, die Ich zur Welt bringen muss: Meine Kinder, die im Göttlichen Willen leben sollen, und dass in meinem Herzen tatsächlich alle Gnaden, alle meine inneren Akte bereitet sind, die Ich in der Sphäre des Ewigen Willens für sie getan habe; diese Akte erwarten den Kuss ihrer Akte, ihre Vereinigung, um ihnen das Erbe des Höchsten Willens zu verleihen.
Und wie Ich es empfing, so möchte Ich es auch ihnen schenken, um aus Mir die zweite Generation der Kinder des Lichtes hervortreten zu lassen.
Wenn meine Menschheit dieses Erbe, das sie besaß, nicht schenken würde, d.h. den Göttlichen Willen, die einzige und einzigartige Sache, die Ich liebte und die Mir alles Gute brachte, wäre mein Herabsteigen auf die Erde unvollständig gewesen, und Ich könnte auch nicht behaupten, alles gegeben zu haben, sondern Ich hätte vielmehr das Größte, den edelsten und göttlichsten Teil, für Mich vorbehalten.
Du siehst nun, wie notwendig es ist, dass mein Wille in allen Beziehungen, in den Wundern, den Wirkungen, im Wert erkannt werde, das was Ich in diesem Willen für die Geschöpfe tat und das, was sie tun sollen; diese Kenntnis wird ein mächtiger Magnet sein, um die Menschen anzuziehen, damit sie das Erbe meines Willens empfangen, und um die Generation der Kinder des Lichtes in der Welt erscheinen zu lassen.
Gib acht, meine Tochter, du wirst das Sprachrohr, die Trompete sein, um sie zu rufen und diese von Mir so sehr bevorzugte und ersehnte Generation zu versammeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 27. Oktober 1922)

„Und das Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1, 14)

„Meine Tochter, meine Leiden sind für die menschliche Natur unbegreiflich, und die Leiden meiner Passion selbst waren Schatten und Gleichnisse meiner inneren Leiden: Meine inneren Leiden wurden Mir von einem Allmächtigen Gott auferlegt, und keine Faser konnte dem Schlag entrinnen; jene meiner Passion waren Mir von den Menschen auferlegt worden, die weder Allmacht noch Allsicht besaßen und daher nicht das tun konnten, was sie wollten, noch in alle meine einzelnen Fasern eindringen konnten.
Meine inneren Leiden waren inkarniert, und meine Menschheit selbst wurde in Nägel, Dornen, Geißeln, Wunden, in so grausame Martern umgewandelt, dass sie Mir ständige Tode bereiteten; diese waren untrennbar von Mir, bildeten mein eigenes Leben selbst. Indessen waren jene meiner Passion außerhalb von Mir, es waren Dornen und Nägel, die eingetrieben werden, und – wenn man wollte – auch entfernt werden konnten; und der bloße Gedanke, dass ein Leid weggenommen werden kann, ist eine Erleichterung. Doch meine inneren Leiden wurden von meinem eigenen Fleisch selbst gebildet, daher gab es keine Hoffnung, dass sie aus Mir entfernt werden, noch dass die Schärfe eines Dornes oder die Durchbohrung der Nägel abgemildert werden konnte.
Meine inneren Leiden waren so schwer und so viele, dass Ich die Leiden meiner Passion [dagegen] Erleichterungen und Küsse nennen könnte, die sie meinen inneren Leiden gaben, und die, sich miteinander vereinigend, den höchsten Beweis meiner großen und überfließenden Liebe für die Rettung der Seelen erbrachten.
Meine äußeren Leiden waren Stimmen, die alle aufriefen, in den Ozean meiner inneren Leiden einzutreten, um ihnen verständlich zu machen, wie viel Mich ihre Rettung gekostet hat. Außerdem kannst du aus deinen eigenen inneren Leiden, die dir von Mir mitgeteilt werden, in etwa die ständige Intensität der Meinen verstehen. Fasse daher Mut, es ist die Liebe, die Mich dazu drängt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 19. August 1922)

———————–

Meine Hingabe im Fiat dauert an, und obwohl heute der Heilige Weihnachtstag ist, verbrachte ich die ganze Nacht, ohne mein Himmlisches Kind zu sehen; daher spürte ich einen Riss in meinem Herzen, ohne Ihn, der mein Leben und mein Alles ist.
O, ohne Ihn zu leben ist so, als hätte man kein Leben und ist gemartert, ohne Kraft und Stütze, was für meine arme, kleine Seele den schrecklichsten Tod darstellt! Zwischen Sehnsucht und Angst betete ich zum Höchsten Willen, mir Den zu enthüllen, der mich liebte und mein hartes Martyrium bildete.
Da wurde mein Geist wie von einem unermesslichen Licht hingerissen, das Himmel und Erde erfüllte: O Wunder, ich sah das kleine Göttliche Kind, das in jedem geschaffenen Ding, in jedem Herzen, in allem wiedergeboren war; das kleine Jesuskind vervielfältigt, bilokiert, auf unendliche Weise in allem und jedem wiedergeboren, so dass jeder die Freude hatte, das himmlische Kind in sich geboren zu fühlen.
O, wie schön war es, Ihn so ganz klein in der Sonne, in den Sternen, in allen Elementen und in allen Menschen zu sehen. Alle huldigten Ihm und hatten die große Ehre und das unermessliche Glück, Ihn in allen wiedergeboren zu sehen und das süße Unterpfand des Jesuskindes zu eigen zu besitzen. Verwundert und erstaunt sah ich, dass auch in mir Jesus geboren worden war, den ich mit so vielen Seufzern und großer Sehnsucht gesucht hatte.
Ich drückte Ihn ganz fest in meine Arme, und Er ließ mich gewähren, ja freute sich sogar daran und sagte ganz zärtlich zu mir: „Meine Tochter, liebe Mich, liebe Mich. Ich bin geboren, um zu lieben und geliebt zu werden, und damit Ich [zeige, dass Ich] als Gott agiere, ist meine Geburt universell.
Ich hätte nicht als Gott gehandelt, wenn Ich nicht auf universelle Art und Weise geboren worden wäre, sodass alle in der Tat sagen können: ‚Das Himmlische Kind wurde für mich geboren, Es gehört mir, und das ist so wahr, dass ich Es schon besitze.‘ Meine Liebe wäre blockiert, wenn Ich nicht in allen wiedergeboren werden hätte können.
Meine Macht wäre begrenzt und meine Unermesslichkeit eingeschränkt, wenn meine Wiedergeburt nicht universell wäre, und das ist kein Wunder: da meine Gottheit Himmel und Erde erfüllte, so vervielfältigte und bilokierte Sie – sich in meine kleine Menschheit einschließend – diese Menschheit auf eine Weise, dass Ich in allem und in allen wiedergeboren wurde.
Unsere Handlungsweisen sind göttlich und grenzenlos: alle sollen nämlich das Gute erhalten, das Wir wirken, und alle sollen von unseren Werken erfüllt sein; zumal Ich ja vom Himmel auf die Erde herabstieg und menschliches Fleisch annehmen wollte, um die Glorie des Himmlischen Vaters vollständig zu verherrlichen und für alles Ersatz zu leisten, was der Mensch nicht getan hatte.
Deswegen also wollte meine kleine Menschheit auch in den geschaffenen Dingen wiedergeboren werden, weil der Mensch Uns nicht die Verherrlichung und die Vergeltung für die Liebe dargebracht hatte, mit der Wir Himmel, Sonne und so vieles andere erschaffen hatten. Meine Menschheit jedoch, die in diesen Dingen neu geboren wurde, erwies meinem Himmlischen Vater die vollkommene Verherrlichung für das ganze Schöpfungswerk.
Mit der Ablehnung meines Göttlichen Willens verlor der Mensch in allem seine Macht, seinen Einfluss. Ich aber kam als sein Retter, Wiederhersteller, Verherrlicher, Verteidiger und bedeckte ihn mit dem Gewand meiner Menschheit, um ihn sicher zu bewahren und in allem vor meinem Himmlischen Vater für ihn geradezustehen. Meine Liebe war so groß, dass meine Gottheit ihr ein Ventil schaffen wollte und Mich daher veranlasste, in jedem Herzen und in allen Dingen geboren zu werden.
So wahr ist dies, dass die geschaffenen Dinge Mich sogar als erste erkannten und lobpriesen, denn da sie meine Geburt in sich wahrnahmen, jubelten sie vor Freude und feierten für Mich ein Fest. Doch weißt du, wer jene Seelen sind, die Mich festlich feiern, wenn Ich in ihren Herzen geboren werde?
Jene, die meinen Göttlichen Willen besitzen! Diese bemerken sofort meine Geburt in ihren Herzen und feiern Mich unaufhörlich, während Mich die anderen zum Weinen bringen, leiden lassen und mit der Sünde Mich wie mit einem Messer verwunden oder töten.”
Nach den Worten Jesu blieb Ich ganz in seine Liebe versenkt. Die bewegende Szene der universellen Geburt des Jesuskindes in allen ließ mich eine Menge Dinge verstehen. Ich halte es aber für besser, sie schweigend zu übergehen, denn da ich sie nicht gut ausdrücken kann, würde ich Ungereimtheiten sagen.
Als Festfeier für das Himmlische Kind gab ich mich ganz dem Göttlichen Willen hin: Jesus kehrte erneut zurück, so anmutig und von so seltener Schönheit, dass man nichts Ähnliches findet. Er schloss sich voller Liebe in mein Herz als seinen Geburtsort ein und wiederholte in mir seine kindlichen Tränen, seine liebevollen Seufzer und Schluchzer. O wie rührend war es, Ihn bald weinen, bald schluchzen, bald wimmern zu sehen!
Als Er in allen und in allem wiedergeboren wurde, trat Er zuerst mit den Waffen seiner Tränen ein, mit den Kunstgriffen seines Schluchzens und den Gebeten seines Wimmerns. Dadurch riss Er alle hin und trat mit einer bezaubernden Kraft, die Er als Gott besitzt, in die Herzen ein, um dort von neuem geboren zu werden.
O, Himmel neiget euch, und liebt und betet das Himmlische Kind zusammen mit mir an! Als sich mein Geist in einem so großen Mysterium verlor, fügte das süße Kindchen unter Tränen und Schluchzen und zugleich himmlisch lächelnd hinzu:
„Gesegnete Tochter, meine Geburt war nicht nur universell – da Ich als Gott ja gar nicht anders handeln konnte. Vielmehr glich Ich auch der Sonne, deren Licht und Glut alle geschaffenen Dinge, die ganze Schöpfung und alle Menschen notgedrungen – ob sie wollen oder nicht – empfangen müssen.
Aus der Höhe, von der die Sonne mit ihrer Herrschaft des Lichts und ihrer Überlegenheit über alle und alles herabsteigt, scheint sie stillschweigend, aber eindringlicher als wenn sie reden könnte, zu sprechen: ‘Entweder du nimmst mich mit Liebe auf, oder ich erfülle dich [mit Licht], aufgrund meiner mir zukommenden Berechtigung, dir Licht zu spenden.
Wenn du mich nicht aufnehmen willst, werde ich dich von allen Seiten umgeben, sodass du meinem Licht nicht entkommen kannst und ich die große Ehre für mich verbuchen kann, dass ich allen mein Licht geschenkt habe.’ Die Sonne ist Symbol meiner Geburt: auch sie geht täglich für alles und für alle neu auf.
Ich werde nicht nur auf universelle Weise neu geboren, sondern bestürme dabei auch den Menschen. Ich werde nicht nur in seinem Herzen neu geboren, sondern dringe mit meinen Gedanken in seinen Geist ein, mit meinen Tränen in die Augen, bestürme seine Stimme mit meinem Wimmern.
So dringe Ich auf universelle Weise in alle Menschen ein und bestürme sie von allen Seiten, sodass sie Mir nicht entfliehen können. Wenn sie Mich mit Liebe aufnehmen, wird mein Leben in ihnen nicht nur geboren, sondern wächst auf erstaunliche Weise.
Nehmen sie Mich aber nicht mit Liebe auf, dann werde ich in ihnen aufgrund meiner Mir als Gott zustehenden Rechte wiedergeboren. Ich wachse jedoch nicht in ihnen, sondern bleibe klein und bloß im Verborgenen und warte darauf, dass mein Wimmern und meine Tränen sie vielleicht zu meiner Liebe anregen. Gelingt Mir dies aber nicht, dann verwandelt sich mein Leben für sie in Gerechtigkeit.
O, welche Qual ist es für mein kleines Herz, wenn Ich sehe, dass sich meine Geburt, die ganz Liebe ist, für die armen Geschöpfe in Gerechtigkeit verwandelt! Sei also so gut und lasse Mich [in dir] wachsen, da Ich schon in dir geboren bin, und du wirst meine Tränen und mein Wimmern in Freude verwandeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 25. Dezember 1932)