Freitag der 6. Osterwoche (Joh 16,20-23a)
20In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln. 21Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.
22So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude. 23aAn jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.
„Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist“ (Joh 16,21)
… „Meine Tochter, meine Menschheit erwies meinem Willen vollkommene Herrlichkeit und vollständige Ehre. Es war genau in meinem Inneren, im Mittelpunkt dieses Herzens, wo Ich das Reich des Höchsten Willens formte.
Da der Mensch es verloren hatte und auch keine Hoffnung bestand, es zurückerwerben zu können, so kaufte es meine Menschheit mit inneren und unerhörten Leiden zurück, indem sie Ihm alle geschuldeten Ehren und die Ihm von den Geschöpfen geraubte Herrlichkeit erwies, um es von neuem dem Menschen zurückzugeben.
So wurde das Reich meines Willens in[nerhalb] meiner Menschheit gebildet, deshalb trug all das, was in ihr gebildet wurde und aus ihr hervortrat, die Prägung des FIAT.
Jeder meiner Gedanken, Blicke, Atemzüge, Herzschläge, jeder Tropfen meines Blutes, alles, alles trug das Siegel des FIAT meines höchsten Reiches.
Dies verlieh Mir so viel Herrlichkeit und schmückte Mich so sehr, dass Himmel und Erde dahinter zurückblieben und vor Mir gleichsam in den Schatten gestellt wurden, weil mein Göttlicher Wille allem überlegen ist, und Ihm alles als sein Schemel zu Füßen liegt.
Nun, beim Rundgang durch die Jahrhunderte schaute Ich aus, wem Ich dieses Reich anvertrauen könnte, und Ich war wie eine schwangere Mutter, die schmachtet und Schmerzen leidet, weil sie ihre Leibesfrucht zur Welt bringen möchte und es nicht kann.
Arme Mutter, wie leidet sie, weil sie sich nicht an der Frucht ihres Leibes erfreuen kann, umso mehr, als diese Geburt reif geworden ist und nicht hervortritt; so ist ihre Existenz immer gefährdet. Mehr als eine schwangere Mutter war Ich, viele Jahrhunderte lang.
Wie viel habe Ich gelitten! Wie bin Ich fast umgekommen, als Ich die Interessen meiner Herrlichkeit in Gefahr sah, sowohl in der Schöpfung wie auch der Erlösung!
Umso mehr, als Ich dieses Reich wie im Geheimen und in meinem Herzen verborgen hielt, ohne mein Herz ausschütten zu können, um es kundzutun.
Dies ließ Mich noch mehr schmachten, denn da Ich in den Menschen nicht die wahre Bereitschaft sah, dass Ich ihnen diese meine Geburt geben könne, und sie nicht alle Güter des Reiches der Erlösung angenommen hatten, konnte Ich es nicht riskieren, ihnen das Reich meines Willens zu schenken, das noch größere Güter enthält.
Umso mehr, als die Güter der Erlösung als Aussteuer und Gegengift dienen sollten, damit sich beim Eintritt der Menschen ins Reich meines Willens nicht ein zweiter Fall wiederhole, wie es bei Adam war.
Wenn daher alle diese Güter nicht ganz angenommen, sondern diese Schätze im Gegenteil geplündert und zertreten wurden, wie konnte diese Geburt meines Reiches aus meiner Menschheit hervortreten?
Deshalb begnügte Ich Mich damit, Mich mehr als eine Mutter zu verzehren, zu leiden und zu warten, um die teure Geburt meines Reiches nicht der Gefahr auszusetzen.
So schmachtete Ich, weil Ich sie zur Welt bringen wollte, um die Geschöpfe damit zu beschenken und die gefährdeten Interessen der Schöpfung und Erlösung alle in Sicherheit zu bringen; denn solange der Mensch nicht ins Reich des Höchsten Willens zurückkehrt, werden unsere und seine Gewinne stets in Gefahr sein.
Außerhalb unseres Willens ist der Mensch allezeit eine Unordnung in unserem schöpferischen Werk, er ist eine misstönende Note, die der Heiligkeit unserer Werke die vollkommene Harmonie raubt.
So betrachtete Ich den Verlauf von Jahrhunderten und wartete auf meine kleine Neugeborene des Reiches meines Willens, und stellte alle Güter der Erlösung um sie herum auf, um das Reich meines Willens abzusichern.
Mehr als eine leidende Mutter, die so viel geschmachtet hat, vertraue Ich dir diese meine Geburt und die Geschicke dieses meines Reiches an.
Und nicht nur meine Menschheit ist es, die diese Geburt zur Welt bringen will, die Mich so viel kostet, sondern die ganze Schöpfung ist schwanger von meinem Willen und schmachtet, weil sie Ihn für die Menschen gebären möchte, um das Reich ihres Gottes inmitten der Geschöpfe wiederherzustellen.
Deshalb ist die Schöpfung wie ein Schleier, der meinen Willen wie eine Geburt [dahinter] verbirgt, aber die Menschen nehmen den Schleier und verwerfen die Geburt, die darin ist.
Schwanger von meinem Willen ist die Sonne: während die Menschen die Wirkungen des Lichtes, das wie ein Schleier meinen Willen verhüllt, und die Güter, die es hervorbringt, annehmen, weisen sie dann meinen Willen zurück, erkennen Ihn nicht an und lassen sich auch nicht von Ihm beherrschen.
So nehmen sie die natürlichen Güter, die in der Sonne sind, aber die Güter der Seele, das Reich meines Willens, das in der Sonne herrscht und sich ihnen schenken will, weisen sie zurück.
O, wie schmachtet mein Wille in der Sonne, Den sie in der Höhe ihrer Sphäre gebären will, damit Er inmitten der Geschöpfe herrsche! Schwanger von meinem Willen ist der Himmel, der mit seinen Augen aus Licht, welche die Sterne sind, auf die Geschöpfe schaut, ob sie Ihn aufnehmen möchten, damit Er in ihrer Mitte herrsche.
Schwanger von meinem Willen ist das Meer, das sich mit seinen tosenden Wellen vernehmen lässt, und dessen Wassermassen Ihn wie ein Schleier verbergen. Aber der Mensch bedient sich des Meeres, entnimmt seine Fische und kümmert sich nicht um meinen Willen, er lässt Ihn schmachten wie eine in die Eingeweide des Wassers zurückgedrängte Geburt.
So sind alle Elemente schwanger von meinem Willen: der Wind, das Feuer, die Blumen, die ganze Erde, sie sind alle wie Schleier, die Ihn verbergen. Nun, wer wird meiner Menschheit ein Ventil und eine Erleichterung verschaffen?
Wer wird diese Hüllen so vieler erschaffener Dingen zerreißen, die meinen Willen verbergen? Wer wird in allen Dingen den Träger meines Willens erkennen, Ihm die schuldige Ehre erweisen, Ihn in seiner Seele herrschen lassen, Ihm die Herrschaft geben und sich Ihm unterwerfen?
Sei daher aufmerksam, meine Tochter, bereite deinem Jesus diese Freude, der bis jetzt so lange geschmachtet hat, um diese Geburt meines Höchsten Reiches zur Welt zu bringen; gemeinsam mit Mir wird die ganze Schöpfung, wie in einem einzigen Akt, die Schleier zerreißen und in dir die Geburt meines Willens niederlegen, Den alle Dinge verhüllen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 14. Juli 1926)
„So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude“ (Joh 16,22)
Nachdem ich einige Tage der Beraubung Jesu durchgemacht hatte – Er kam höchstens manchmal wie ein Schatten und entschwand dann – fühlte ich solche Pein, dass ich mich in Tränen verzehrte. Aus Mitleid mit meinem Kummer kam der gebenedeite Jesus, blickte mich immer wieder an und sagte dann zu mir:
„Meine Tochter, fürchte dich nicht, denn Ich verlasse dich nicht. Wenn du jedoch einmal ohne meine Gegenwart bist, will Ich nicht, dass du mutlos wirst, sondern wünsche vielmehr, dass du, wenn du Meiner beraubt bist, von heute an meinen Willen annimmst und dich in Ihm erfreust, Mich liebst und Mich in meinem Willen verherrlichst, und meinen Willen so ansiehst, als wäre Er meine Person selbst.
Wenn du so tust, wirst du Mich in deinen eigenen Händen behalten. Was macht die Seligkeit des Paradieses aus? Sicherlich meine Gottheit. Nun, was macht die Seligkeit meiner Geliebten auf Erden aus? Gewiss mein Wille.
Mein Wille kann dir niemals entfliehen; du wirst Ihn stets in deinem Besitz haben, und wenn du im Kreis meines Willens bleibst, wirst du hier die unaussprechlichsten Freuden und die reinsten Wonnen finden.
Wenn die Seele niemals aus dem Kreis meines Willens heraustritt, wird sie edel, vergöttlicht, und all ihre Werke strahlen zurück in das Zentrum der göttlichen Sonne, wie die Sonnenstrahlen auf dem Angesicht der Erde zurückstrahlen – nicht eine von diesen[Handlungen] tritt aus ihrem Zentrum heraus, das Gott ist.
Die Seele, die meinen Willen tut, ist alleine die edle Königin, die sich von meinem Atem ernährt, denn sie nimmt ihre Speise und Getränke von nichts anderem als meinem Willen, und indem sie sich von meinem Allheiligen Willen ernährt, wird ganz reines Blut in ihren Adern fließen, und ihr Atem wird einen wohlriechenden Duft verströmen, der Mich ganz und gar erfreuen wird, da er von meinem eigenen Atem hervorgebracht wird.
Deshalb will Ich nichts anderes von dir, als dass du deine Seligkeit im Kreis meines Willens gestaltest, ohne jemals aus Ihm herauszutreten, auch nicht für einen kurzen Augenblick.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 26. Februar 1900)
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Ich versenkte mich in das Heilige Göttliche Wollen und begleitete seine Akte, die Es in der Schöpfung getan hat, und mein süßer Jesus bewegte sich in meinem Inneren und sprach zu mir:
“Meine Tochter, alle Dinge wurden von Uns mit einem eigenen Quantum an Glückseligkeit erschaffen, wobei eine sich von der anderen unterscheidet, sodass alles Geschaffene dem Menschen den Kuss, die beseligende Luft und das Leben unserer Seligkeit bringt.
Doch weißt du, wer all die Wirkungen unserer vielen in der Schöpfung verstreuten Wonnen, in sein Inneres herabsteigen fühlt, bis er von ihnen wie ein Schwamm durchtränkt wird? Die Seele, die in unserem Göttlichen Willen lebt!
Unsere Seligkeiten sind ihr nicht fremd, denn da ihr Geschmack von unserem FIAT geläutert wurde und nicht [mehr] vom menschlichen Willen verdorben ist, besitzt sie seinen Geschmack. Alle ihre Sinne haben die Kraft, alle Glückseligkeiten zu verkosten, die in den geschaffenen Dingen präsent sind.
Wir empfinden so großes Glück und solche Freude, wenn Wir die Seele sehen, die unseren Willen tut: sie setzt sich gleichsam an die Tafel unserer Wonnen und kostet so viele verschiedene Leckerbissen, wie es Glückseligkeiten in den geschaffenen Dingen gibt. O wie schön ist es, das Geschöpf glücklich zu sehen!”
In diesem Moment verstummte Jesus, und ich hörte den Klang des Harmoniums, das in der Kapelle gespielt wurde. Jesus spitzte die Ohren, um zuzuhören und fügte dann hinzu: “O, wie glücklich bin Ich, da dieser Klang die kleine Tochter meines Willens erfreut.
Wenn Ich ihn höre, freue Ich Mich gemeinsam mit ihr. O wie schön ist es, gemeinsam glücklich zu sein! Jemanden, der Mich liebt, glücklich zu machen, ist meine größte Seligkeit.”
Und ich: „Jesus, meine Liebe, meine Glückseligkeit bist Du allein, alle anderen Dinge haben keine Anziehungskraft auf mich.”
Und Jesus: “Sicher bin Ich die größte Wonne für dich, da Ich die Quelle aller Freuden und Seligkeiten in Mir enthalte. Und doch genieße Ich es, dir kleine Freuden zu bereiten, und da Ich sie empfinde und genieße, wünsche Ich, dass auch du sie empfindest und dich zusammen mit Mir freust.”
Dann überlegte ich: „Jesus freut sich so sehr, wenn ich die vielen Glückseligkeiten genieße, die Er in der Schöpfung verstreut hat. Warum bereitet Er mir dann so viel Schmerz und macht mich unglücklich, sodass ich mich ohne Ihn sogar wie leblos fühle? Wenn ich mich ohne Leben fühle, verlieren alle Seligkeiten das Leben für meine arme Seele!“
Da erwiderte Jesus: “Meine Tochter, wenn du den Nutzen meiner Entbehrungen kennen würdest! Du fühlst dich ohne Mich leblos und quasi tot, und doch wird genau über diesem Schmerz und diesem Tod mein neues Leben gestaltet. Dieses neue Leben bringt dir die neuen Mitteilungen des Lebens meines Göttlichen Willens.
Da nämlich dein Leid ein Göttliches Leid ist, das die Eigenschaft besitzt, dich den Tod erleiden zu lassen, ohne jedoch zu sterben – so hat dieses Leid [auch] die Kraft, mein eigenes Leben mit dem Zauber meiner Wahrheiten wieder erstehen zu lassen.
Der Schmerz meiner Entbehrung bereitet meinem neuen Leben den Platz und disponiert deine Seele zur Anhörung und zum Verständnis der wichtigen Wahrheiten über mein FIAT.
Hätte Ich dich nicht so oft Meiner beraubt, so hättest du die neuen Überraschungen deines Jesus und seine vielen Lehren nicht bekommen. Hast du nicht selbst gesehen, wie du, nachdem du Meiner beraubt warst und dachtest, dass alles für dich zu Ende sei, mein Leben in dir wieder erstand, und Ich Mich voller Liebe und ganz festlich daran machte, dir meine Lehren zu geben?
Wenn Ich dich also Meiner beraube, bleibe Ich verborgen in dir und bereite die Arbeit für dich vor, sowie mein neues Leben, das wiedererstehen soll. Auch Ich erlitt die Todespein, um alle Menschen in der Pein meines Todes wieder erstehen zu lassen.
Der Tod, der in der Göttlichen Ordnung und zur Erfüllung des Göttlichen Willens erlitten wird, bringt Göttliches Leben hervor, damit alle Geschöpfe dieses Göttliche Leben empfangen mögen.
Und nachdem Ich so viele Tode erlitten hatte, wollte Ich wirklich sterben – wie viele Güter brachte meine Auferstehung nicht hervor? Man kann behaupten, dass mit meiner Auferstehung alle Schätze der Erlösung wieder auferstanden, und so erstanden alle Güter für die Geschöpfe zugleich wieder auf, sowie ihr eigenes Leben.
Sei daher aufmerksam und lass Mich machen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 13. Dezember 1928)
„Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben“ (Jhn 16, 23)
… „Meine gesegnete Tochter, wie süß, tröstlich und machtvoll ist es, meinen Willen mit all seinen Akten im kleinen Akt, in der Liebe und Anbetung des Geschöpfs um die Herrschaft des Fiat auf Erden bitten zu hören!
Er bedient sich als Sprachrohr der kleinen Liebe der Seele, damit diese in all seinen Akten widerhalle und um sein Reich bitte. Er will es nicht alleine tun, sondern wünscht dafür die Vermittlung der Seele.
Doch willst du wissen, wozu dieses Gebet dient, das mächtig, wertvoll und mit göttlichen Waffen bewehrt ist, die Uns beharrlich bekriegen? Es dient dazu, Gott auf die Erde zu rufen, damit Er in jeder Seele Leben annehme. Es dient dazu, meinen Göttlichen Willen selbst und all seine Werke um seine Herrschaft auf Erden beten zu lassen.
Es dient dazu, den Platz für das Geschöpf in Gott selbst zu bereiten. Es ist ein göttliches und wunderbares Gebet, das alles zu erlangen vermag.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 25. März 1934)


