18In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? 19Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
20Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 21Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. 22Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
23Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 24Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

„Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Lk 9,20)

Meine kleine Intelligenz wandert stets im unermesslichen Meer des Göttlichen Willens umher und kann kaum einige Tröpfchen von den vielen Wahrheiten und unzähligen Schönheiten behalten, die zu Ihm gehören.
O, unerreichbarer, liebenswürdiger und anbetungswürdiger Wille – wer wird je das ‚Alles‘ wiedergeben können, das Du bist, und deine lange und ewige Geschichte zu erzählen vermögen? Weder Engel noch Heilige besitzen ausreichende Worte, um von Dir zu reden, und noch weniger ich, die ich die kleine Unwissende bin und über einen so heiligen Willen nur stammeln kann.
Als sich mein Geist im Göttlichen Fiat verlor, ließ sich mein liebenswürdiger Jesus sehen und sagte zu mir: “Meine Tochter, nur dein Jesus kann ausreichende Worte haben, um zu dir über meinen Ewigen Willen zu sprechen, denn meiner göttlichen Natur nach bin Ich der Wille Selbst.
Doch Ich muss meine Rede[weise] einschränken, da deine kleine Fassungskraft nicht alles, was Ihn betrifft, erfassen, verstehen und einschließen kann. Und Ich muss mich damit begnügen, dir kleine Tropfen über Ihn zu erkennen zu geben, weil dein erschaffener Geist sein unermessliches und unerschaffenes Meer nicht fassen kann.
Diese Lichttröpfchen verwandle Ich in Worte, um Mich deiner kleinen Fassungskraft anzupassen und dich somit etwas von meinem unbeschreiblichen und unmessbaren Fiat verstehen zu lassen. Es genügt, wenn Ich dir sage, dass mein Göttlicher Wille alles ist und alles einschließt. Würde nur ein Beistrich von all dem, was existiert, in Ihm fehlen, so könnte Er nicht das ‘Alles’ genannt werden.
Damit nun die Seele in mein Fiat eintreten kann, muss sie sich von allem leer machen und sich auf diesen Punkt reduzieren, dort wo ihr Schöpfer sie aus dem Nichts gerufen und ihr die Existenz verliehen hat, [und sich auf die Weise reduzieren], wie die schöpferische Macht meines Göttlichen Willens sie erschuf: schön, leer an allem und nur vom Leben Dessen erfüllt, der sie erschaffen hatte. So wird die Seele, die sich erneut von der schöpferischen Macht meines Fiat erfüllen lässt, wiederum vom Licht und von der Glut meines Fiat leer gemacht.
Und mein Fiat wird sie wieder so schön machen, wie sie aus dem Nichts hervortrat, und ihr gestatten, im ‚Alles‘ meines Willens zu leben. In Ihm wird die Seele das ‘Alles’ einatmen, sie wird sich ganz als Heiligkeit, als Liebe und Schönheit empfinden, weil das ‘Alles’ meines Göttlichen Fiat sie in seinem Meer behält, wo ihr ‘Alles’ zur Verfügung steht.
Nichts wird ihr [bloß] zur Hälfte oder in kleinen Ausmaßen gegeben werden, denn wer das ‘Alles’ ist, kann sich ganz schenken, und nicht nur „maßgerecht“ (abgemessen). Nur in meinem Willen kann die Seele sagen: ‘Ich besitze alles, ja das ‘Alles’ gehört sogar mir.“
Wer hingegen nicht in meinem Göttlichen Willen lebt, der kann, da sein Wesen nicht unter der Herrschaft einer schöpferischen Macht steht, weder die ganze Fülle eines Göttlichen Lebens besitzen, noch wird er seine Seele bis zum Rand mit Licht, Heiligkeit und Liebe ausgefüllt fühlen.
Diese [Eigenschaften] fließen sogar nach außen über und bilden Meere um die Seele herum, und diese hat das Gefühl, dass alles ihr gehört. Diese Seele nun, die nicht in meinem Willen lebt, wird höchstens kleine göttliche Partikel fühlen, den Eindruck von Gnade, von Liebe, von Heiligkeit – aber nicht alles.
Daher ist nur die Seele, die in meinem Fiat lebt, die einzige, die das Glück hat, sich im Wunder ihrer Erschaffung zu bewahren und die Rechte innezuhaben, die Überfülle der Güter ihres Schöpfers zu besitzen und in dieser zu leben.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 20. September 1929)

„Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten“ (Lk 9,24)

Ich fühlte mich vernichtet wegen des Kummers über seine Beraubung und dachte voll Trauer daran, dass Jesus nicht mehr kommen würde. O, welch durchbohrender Gedanke – Den nicht mehr zu sehen, der mein ganzes Leben war, meine Seligkeit, mein ganzes Gut!
Während dieser Gedanken bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, wie kann Ich dich verlassen, wenn in deiner Seele mein Wille gefangen ist, und, indem Er all deinen Akten Leben gibt, sein Leben wie in seiner eigenen Mitte führt? So gibt es also auf einem Ort der Erde mein Leben.
Ach, wäre dieses mein Leben nicht auf der Erde, so würde sich meine Gerechtigkeit mit solcher Heftigkeit ausgießen, dass sie die Erde vernichten würde!” Als ich dies hörte, sagte ich: „Mein Jesus, dein Wille ist doch überall, es gibt keinen Ort, wo Er sich nicht befindet, und Du sagst, dass Er in mir gefangen sei?”
Und Jesus: „Sicher ist Er mit seiner Unermesslichkeit, Allsicht und Macht überall. Als König unterwirft Er Sich alles und lässt niemanden seiner Herrschaft entkommen – doch als Leben, in dem das Geschöpf das seine bildet, um das seine im Leben meines Willens zu führen und um das Leben des Göttlichen Willens auf der Erde zu bilden, gibt es Ihn nicht. Für viele, die Ihn nicht tun, ist es, als würde Er nicht existieren.
Es ist, als hätte jemand das Wasser im eigenen Zimmer und trinkt es nicht, als hätte er Feuer und geht nicht hin, um sich zu wärmen, als hätte er Brot und isst es nicht. Obwohl der Mensch alle diese lebensspendenden Elemente bei sich hat, könnte er doch, wenn er sie nicht zu sich nimmt, vor Durst, Kälte und Hunger sterben.
Andere gebrauchen sie spärlich, und sind schwach und krank, wieder andere jeden Tag, und diese sind gesund und robust. Wenn daher jemand ein Gut besitzt, kommt alles darauf an, ob der menschliche Wille dieses Gut annehmen will, und die Art, wie er es nehmen will. Je nachdem, wie er dieses Gut gebraucht, empfängt er dessen Wirkungen.
So ist es mit meinem Willen: damit Er zum Leben der Seele werde, muss sie ihren eigenen Willen in dem Meinen verschwinden lassen, ihr eigenes Wollen darf nicht mehr existieren. Mein Wille muss als primärer Akt alle ihre Akte übernehmen, und Er wird sich der Seele bald als Wasser geben, um ihren Durst mit seinen göttlichen und himmlischen Wassern zu löschen; bald als Feuer, nicht nur, um sie zu wärmen, sondern um das [ungeordnet] Menschliche in ihr zu vernichten, und in ihr das Leben meines Willens wiederaufzubauen, bald als Speise, um sie zu nähren und sie stark und robust zu machen.
O, wie schwierig ist es, ein Geschöpf zu finden, das alle seine Rechte abtritt, um meinem Willen allein das Herrschaftsrecht zu übergeben! Beinahe alle wollen sich etwas vom eigenen Willen zurückbehalten, und daher kann mein Wille, da Er nicht vollständig in ihnen regiert, sein Leben nicht in allen Geschöpfen bilden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 4. Oktober 1923)

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…. „Meine gesegnete Tochter, absolute, notwendige und höchst wichtige Bedingungen, die lebendig und substantiell das Reich meines Göttlichen Willens zusichern, sind die, dass Ich von den Menschen große Opfer wünsche – und langdauernde Opfer.
So muss unsere Güte kraft des verlangten Opfers, der Seele, von der sie es verlangt hat, überraschende Gnaden gewähren. Somit wird der Seele, die von meiner Liebe, von meinen Gaben und Gnaden fasziniert ist, das Opfer, das Ich von ihr fordere, wie ein Nichts erscheinen, obwohl sie weiß, dass ihr [selbständiges] Leben [nun] zu Ende ist.
Sie wird kein Recht mehr über sich selbst haben, sondern alle Rechte werden bei Dem liegen, der das Opfer von ihr fordert. Würde sie nicht die ganze Intensität des akzeptierten Opfers kennen, dann hätte es nicht den ganzen Wert. Je besser man nämlich die Größe und das Gewicht des Opfers erkennt, umso größerer Wert wird hineingelegt.
Die Kenntnis legt den genauen und vollendeten Wert in das Opfer. Wer hingegen nicht die ganze Belastung eines Opfers kennt – o, wie stark vermindert sich dann der Wert, die Gnade und die Wohltat, die man erlangen soll! Zudem bleibt unsere Liebe verwundet, und unsere Macht fühlt sich machtlos vor einer Seele, von der Wir große Opfer erbitten und ihr die Last zeigen, der sie sich unterwerfen soll; und diese akzeptiert alles – rein aus Liebe zu Uns und um unseren Willen zu erfüllen.
Das langandauernde Opfer bringt ein langandauerndes Gebet mit sich. Wir sind ganz Ohr, ganz aufmerksam, und unsere Blicke sind hingerissen, wenn die Seele mitten im Feuerbrand des von Uns gewünschten Opfers betet – und worum betet sie und was wünscht sie? Das, was Wir wollen: dass unser ‚Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden‘.
Ach, wenn sie könnte, würde sie Himmel und Erde umdrehen und hätte gern alles in ihrer Macht, damit alle um das bitten, was sie will, damit ihr Opfer die Absicht erreicht und die von Gott gewünschte Frucht trägt! Unsere Vatergüte ist so groß, dass es Uns unmöglich ist, die Absicht eines langen Opfers und eines ausgedehnten Gebetes nicht zu gewähren. Das sind die Bedingungen seitens der Geschöpfe.
Dies haben Wir mit dir getan und Wir wünschen, dass du es weißt. Wir geben unsere Dinge nämlich keinen Blinden, die wegen ihrer Blindheit die Güter nicht kennen, die Wir ihnen oder ihrer Umgebung gewähren, noch weniger Stummen, die in ihrer Stummheit keine Worte finden, um unsere Wahrheiten und Gnaden kundzutun. Zunächst schenken Wir die Kenntnis von dem, was Wir mit der Seele tun möchten, und dann schenken und tun Wir das, was Wir verfügt haben.
Die Kenntnis kann man den Anfang, den leeren Platz, den Samen nennen: hierin werden das Opfer und unsere Dinge deponiert, und die Kenntnis ruft das schöne Gebet [der Seele] hervor, das Uns schwach macht, mit Ketten und unzertrennlichen Banden fesselt und bewirkt, dass Wir der Seele das Erwünschte gewähren; zudem wollte unser Wille, der Leben und Werk ist, und allem und allen das Leben gibt, seitens der Menschheitsfamilie das Leben einer Seele zu seiner Verfügung haben, die ohne sich zu widersetzen in der Macht seines Willens bleibe, damit Er mit ihr tun könne, was Er will.
Dies brauchte Er, um auf Erden herrschen zu können, und das wird Ihm als Stütze und Bedingung dienen, damit Er seitens der Geschöpfe sein Reich garantiere. Jetzt kommen die Bedingungen für die Garantie seitens Gottes. Doch wem könnte Er sie geben, wenn nicht der [Seele], von der Er das Opfer verlangt hat?
So waren meine langdauernden Offenbarungen über die Wahrheiten meines Willens, meine vielen Worte über sein Reich und das Gute, das Er tun will und tun soll, seinen langen, ca. sechstausend Jahre währenden Kummer, dass Er regieren möchte, aber zurückgewiesen wurde, die vielen Verheißungen an Gütern, Glück und Freuden, die Er geben möchte, wenn sie Ihn regieren lassen – nichts anders als Zusicherungen, die Ich den Menschen bezüglich dieses Reiches meines Fiat gewährte.
Diese Garantien wurden im schönsten, heiligsten, kostbarsten Gegenstand gegeben und besiegelt, d.h. im Zentrum des Feuerbrandes deines von Uns gewünschten Opfers. Ich kann sagen, dass Ich nie müde werde, Garantien abzugeben – Ich rede, Ich spreche stets von neuem, auf neue Weisen, und teile neue Wahrheiten mit, neue Formen, überraschende Gleichnisse, stets über meinen Göttlichen Willen.
Ich hätte nie so viel gesagt, wenn Ich nicht sicher wäre, dass mein Reich auf Erden herrschen soll. So ist es fast unmöglich, dass meine so lang dauernden Kundgebungen und ein so lang andauerndes Opfer von dir nicht die ersehnten Früchte seitens Gottes und seitens der Geschöpfe erbringen sollen.
Setze daher deinen Flug in jenem Fiat fort, das die Macht hat, sich seinen Weg zu bahnen, alle Schwierigkeiten zu überwinden und kraft der Liebe seine grausamsten Feinde zu seinen treuesten Freunden und Verteidigern zu machen.“… … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 27. März 1932)