25In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. 26Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
27Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

„Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast“ (Mt 11,25)

Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, kam mein anbetungswürdiger Jesus in einer traurigen Verfassung. Er hatte seine Hände eng gefesselt, sein Gesicht mit Speichel bedeckt, und viele Leute schlugen Ihn fürchterlich.
Doch Er blieb ruhig, sanft, ohne eine Bewegung zu machen oder eine Klage auszustoßen; nicht einmal einen Lidschlag tat Er, um anzuzeigen, dass Er diese Schmähungen zu leiden wünschte, und dies nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Was für ein rührendes Schauspiel, dass es die härtesten Herzen brach!
Wie viel sagte dieses Antlitz, behangen mit Speichel, beschmutzt mit Dreck! Ich fühlte Erschrecken, ich zitterte, ich sah mich selbst voller Stolz vor Jesus. Während Er so erschien, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, nur mit den Kleinen kann man umgehen, wie man will; nicht jene, die an menschlicher Vernunft klein sind, sondern die klein, aber erfüllt von göttlicher Vernunft sind. Ich allein kann sagen, dass Ich demütig bin, denn im Menschen sollte das, was Demut heißt, sich eher Selbsterkenntnis nennen; und wer sich nicht selbst kennt, geht bereits in der Unwahrheit.“
Jesus blieb für Minuten still, und ich stand da und betrachtete Ihn. Währenddessen sah ich eine Hand, die ein Licht trug, welche in meinem Inneren die intimsten verborgenen Orte durchsuchte, um zu sehen, ob in mir Selbsterkenntnis und Liebe zur Erniedrigung, Demütigung und Schmach zu finden sei.
Jenes Licht fand einen Leerraum in meinem Inneren, und ich sah auch, dass er mit Demütigungen und Beschämung gefüllt werden sollte nach dem Beispiel des gebenedeiten Jesus.
O, wie viel ließen mich dieses Licht und dieses heilige Angesicht, das vor mir war, verstehen! …(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 12. Januar 1900)

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Ich fühlte mich betrübt wegen der gewohnten Entbehrungen meines süßen Jesus, war aber ganz hingegeben in seinen liebenswerten Willen.
So dachte ich mir: „In diesen Tagen hat mein Höchstes Gut, Jesus, mir nichts gesagt, alles war nur tiefes Schweigen, Er ließ mich in meinem Inneren kaum einige Bewegungen von sich wahrnehmen, ohne jedoch etwas zu sagen.“
Als ich dies dachte, bewegte Er sich in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, wenn Gott keine weiteren Wahrheiten kundtut, ist der Göttliche Wille wie in der Schwebe, Er gibt den Geschöpfen keine weiteren Gaben, somit herrscht für Gott und das Geschöpf hier keine Festfeier, welche die Wahrheit mit sich bringt.”
Als ich das hörte, sagte ich: „Für Dich ist immer ein Fest, da Du alle Wahrheiten bei Dir hast. Hingegen ist das Fest für das arme Geschöpf unterbrochen, da es nicht die Quelle aller Wahrheiten besitzt.
Wenn ihm daher sein Schöpfer keine weiteren Wahrheiten mitteilt, werden neue Festlichkeiten für das Geschöpf eingestellt, und es genießt höchstens die bereits von Dir bekannt gegebenen Feste, doch die Überraschungen neuer Feste stehen nicht in seiner Macht – für Dich jedoch ist es nicht so.“
Jesus fügte hinzu: „Meine Tochter, sicher herrscht für Uns immer Festfeier, und es kann niemand auch nur im Geringsten den Ozean unserer neuen Freuden und endlosen Wonnen ermessen, die unser Göttliches Wesen in Sich Selbst enthält.
Aber es gibt ein Fest [für Uns], das in dem Akt gebildet wird, wenn unser Göttliches Wesen von Liebe zum Geschöpf überfließt und seine Wahrheiten mitteilt: es ist für Uns ein neues Fest, das Geschöpf doppelt und ebenso viel glücklicher zu sehen, wie viele weitere Wahrheiten Wir ihm kundtun.
Es ist für Uns ein neues Fest, unsere Wahrheiten bekanntzumachen, die aus der Quelle unserer Wonnen entspringen, den Tisch unserer Glückseligkeit, welche die Wahrheit einschließt, für das Geschöpf zu decken, es zusammen mit Uns feiern zu sehen, an unserem eigenen Tisch sitzend, um sich von unserer eigenen Speise zu ernähren.
Die Feste und Freuden haben ihren Ursprung in der Kommunikation; das isolierte Gut lässt keine Festlichkeit aufkommen, die Freude alleine lächelt nicht, die Glückseligkeit, die allein ist, tafelt nicht und kommt nicht in Schwung; mit wem sollte sie überdies ein Fest feiern, lächeln, ein Bankett halten, wenn sie niemanden findet, mit dem sie feiern kann, gemeinsam lachen, sich berauschen könnte?
Deshalb bewirkt die Verbundenheit das Fest, ein anderes Geschöpf glücklich zu machen stellt das eigene Glück dar. Siehst du also, wenn Wir auch unsere neuen Feste haben, die Uns nie fehlen, fehlt Uns doch das neue Fest, insofern Wir dem Geschöpf nicht[s] geben [können].
Würdest du unsere Freude und Glückseligkeit kennen, wenn Wir deine Kleinheit sehen, die sich an unseren Tisch setzt und sich von den Wahrheiten unseres Höchsten Willens ernährt; die im Angesicht seines Lichtes lächelt und unsere Freuden annimmt, um aus dir selbst die Schatzwalterin unserer eigenen Reichtümer zu machen; wenn Wir sehen, wie du dich mit unserer Schönheit schmückst und wie trunken von so viel Wonne wiederholst: „Ich will das Reich deines FIAT!“ – dann würdest du Himmel und Erde auf den Kopf stellen, um Mich um mein FIAT zu bitten, um dein Ziel zu erreichen, und warum?
Um mit deiner eigenen Glückseligkeit die ganze Menschheitsfamilie glücklich zu machen. Dein Fest scheint nicht vollständig zu sein, wenn du die anderen nicht mit deiner eigenen Glückseligkeit glücklich machst, die du kraft meines Willens besitzt.
Wenn du allen all das, was du von Ihm weißt, verkünden und die ganze Glückseligkeit verkosten lassen könntest, die Er besitzt, wäre dies für dich nicht ein weiteres Fest und wärest du nicht doppelt so glücklich über die Seligkeit der anderen, die du ihnen vermittelt hast?”
Und ich: „Sicher, meine Liebe, wenn ich alle in deinen Heiligen Willen mitreißen könnte, wäre ich glücklicher und zufriedener!“
Und Jesus: „Genauso bin Ich. Zu unserer Glückseligkeit, die sich nie erschöpft und Uns stets in Feststimmung hält, würde bei unserem Fest noch die Glückseligkeit des Geschöpfs hinzukommen.
Wenn Ich also sehe, dass du die Kenntnis meiner Wahrheiten ersehnst, fühle Ich Mich gedrängt, sie mitzuteilen und sage: „Ich will mein neues Fest mit meiner kleinen Tochter genießen, Ich will gemeinsam mit ihr lächeln und sie mit meiner eigenen Glückseligkeit trunken machen.“ So hat dir in diesen Tagen des Schweigens unser neues Fest gefehlt, und Uns das deine.”
Dann schwieg Er und fügte danach hinzu: „Meine Tochter, sobald du dich entschließt, dich in mein Göttliches FIAT zu ergießen und in Ihm deine Gedanken, Worte und Werke zu bilden, rufst du meinen Willen an.
Da Er sich gerufen fühlt, antwortet Er auf den Ruf, indem Er sein Licht in deinem Akt widerstrahlen lässt. Sein Licht hat die Kraft, diesen Akt von allem leer zu machen, was an [ungeordnet] Menschlichem darin sein kann und erfüllt ihn mit allem, was Göttlich ist.
Mein Göttlicher Wille fühlt sich also von deinen Gedanken, von deinen Worten, deinen Händen, deinen Füßen und deinem Herzen gerufen, und reflektiert sein Licht in jedem von ihnen, entleert sie von allem und gestaltet darin sein lichtvolles Leben.
Da das Licht alle Farben enthält, legt mein Göttlicher Wille eine von seinen Göttlichen Farben in die Gedanken hinein, eine andere in die Worte, eine weitere in die Hände usw. mit all deinen übrigen Akten. Im Maß, wie du deine Akte vermehrst, vervielfältigt Er seine göttlichen, vom Licht meines Willens erfüllten Farben.
O, wie schön ist es, dich von so vielen Farben und göttlichen Schattierungen umkleidet zu sehen, wie viele Gedanken, Akte und Schritte du tust!
All diese Farben und das Göttliche Licht verleihen dir eine solche Schönheit, dass dein Anblick bezaubert, und alle Himmelsbewohner solche Schönheiten genießen möchten, mit denen mein FIAT deine Seele bekleidet hat.
Rufe daher ständig meinen Göttlichen Willen [zurück].“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 18. November 1927)

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… „Kleine Tochter meines Willens, den Kleinen sind Wir geneigt, unsere unaussprechlichen und unendlichen Geheimnisse mitzuteilen. Wir wollen unsere Geschichte erzählen, umso mehr, als der Ursprung dieser Seelen selbst darin miteinbezogen ist, damit sie am eigenen Leib verspüren, mit welcher Liebe ihre Kleinheit von Uns geliebt und wiedergeliebt wurde.
Denn sie war gegenwärtig und war schon in Uns im Akt der Erschaffung des Menschen – damit sie, und Wir gemeinsam mit ihr, den feierlichen Akt ihrer Erschaffung feiern könnten.
Wisse, dass unser höchstes Wesen im Akt der Erschaffung des Menschen in einer Art tiefer Ekstase war. Unsere Liebe riss unser Göttliches Wesen hin, unsere Liebe entzückte Uns, und unser Fiat ging daran, mit seiner Schöpferkraft zu wirken.
Es war gerade in dieser liebenden Ekstase, da Wir alle Gnaden, Gaben, Tugenden, Schönheiten, Heiligkeiten usw. aus Uns hervorbrachten, mit denen alle Geschöpfe ausgestattet und bereichert werden sollten.
Unsere Liebe gab sich erst dann zufrieden, als sie alles außerhalb von Uns geordnet hatte, was allen und jeder einzelnen Seele dienen sollte, alle verschiedenartigen Heiligkeiten und besonderen Schönheiten und Gaben, damit eine jede das Faksimile ihres Schöpfers sein könne.
Diese Gaben und Reichtümer stehen schon allen zur Verfügung, so dass jeder Mensch, der ins Dasein tritt, seine Ausstattung fertig vorfindet, die Gott seit der Erschaffung des Menschen für jeden einzelnen aus Sich Selbst hervorbrachte.
Doch wie viele kennen sie nicht und machen keinen Gebrauch von den Rechten, die Gott ihnen verliehen hat! Während sie [in Wirklichkeit] reich sind, führen sie ein Leben in Armut und sind so weit von der wahren Heiligkeit entfernt, als wären sie keine Wesen, die aus diesem dreimal heiligen Gott hervorgegangen sind, der nur heilige, schöne und glückliche, Ihm ähnliche Geschöpfe machen kann.
Doch die Jahrhunderte werden nicht vergehen, noch wird der jüngste Tag kommen, bevor die Menschen nicht alles bekommen, was Wir in unserer Liebesekstase hervorbrachten.
Man kann nämlich behaupten, dass sie nur ganz wenig von der Fülle genommen haben, die Wir ihnen zur Verfügung gestellt haben. Doch vernimm, gute Tochter, ein weiteres Übermaß unserer glühenden Liebe. Als Wir die Gaben, Gnaden und Geschenke aus Uns hervorbrachten, trennten Wir Uns nicht von ihnen.
Wir brachten sie zwar aus Uns hervor, aber sie waren unzertrennlich von Uns, damit die Seele, die unsere Gaben empfängt, zugleich mit dieser Unzertrennlichkeit von Uns die ständige Nahrung empfange, um [damit] unsere Gaben, Heiligkeit, Schönheit und Gnaden zu nähren.
So machten Wir die Seele zugleich mit unseren Gaben unzertrennlich von Uns, da sie [selbst] nicht die nötigen und heiligen Nährmittel besitzt, um unsere Gaben am Leben zu halten.
Und Wir bieten Uns selbst an, ihr die [nötigen] Gaben und Speisen zu reichen, um unsere Heiligkeit und himmlischen Gnaden mit Nahrung zu versorgen.
So sind Wir ständig mit der Seele zusammen, um ihr bald die Nahrung für unsere Heiligkeit zu reichen, bald die Speise für die Ernährung unserer Stärke, bald jene besondere Speise für den Unterhalt unserer Schönheit.
Kurzum, Wir sind um die Seele herum und stets damit beschäftigt, jede Gabe, die Wir ihr geschenkt haben, mit den verschiedenen Speisen zu versorgen. Dies dient dazu, unsere Gaben zu bewahren, zunehmen zu lassen und zu krönen – und die glückliche Seele wird zugleich mit und in unseren Gaben gekrönt.
Wenn Wir daher der Seele eine Gabe geben, so nützt Uns dies, dass Wir Uns mit ihr verbinden, nicht nur dass Wir die Gabe nähren, sondern Wir geben der Seele als Unterpfand unsere Arbeit, die Untrennbarkeit und unser Leben selbst.
In der Tat, wenn Wir die Seele Uns ähnlich wünschen, müssen Wir [ihr] unser Leben geben, um die Ähnlichkeit mit Uns in ihr hervorbringen zu können. Und das tun Wir gerne – ja vielmehr wiederholt unsere Liebe die Ekstase für Uns und drängt Uns, alles zu schenken, damit Wir die Kleinheit der Seele bekommen, die nichtsdestotrotz Uns gehört und aus Uns hervorging.
Daraus kannst du verstehen, wie groß unsere Sorgfalt und unsere Liebesekstasen sind, wenn Wir der Seele nicht eine Gabe, sondern unseren eigenen Willen als Leben schenken möchten. Unsere Gaben zu nähren ist das eine, unseren Willen zu nähren etwas [ganz] anderes.
Schon Seinetwegen entzückt Uns die Seele beständig und lässt Uns stete Liebesekstasen erfahren, in denen Wir nichts anderes tun, als Liebe in Strömen, Meere von Licht und unbeschreibliche Gnaden auszugießen. Nichts schenken Wir [bloß] nach Maß, da Wir die Seele nicht nur nähren, sondern unseren Willen im Geschöpf geleiten und mit göttlichen Würden ehren müssen.
Sei daher aufmerksam, meine Tochter, und lasse nichts [ungeordnet] Menschliches aus dir hervortreten, damit auch du meinen Willen mit göttlichen Akten in dir ehren kannst.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 30. Januar 1932)

„Niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“ (Mt 11, 27)

Ich meditierte weiter über die vielen Wahrheiten über den Göttlichen Willen, seine vielen Freuden und göttlichen Umwandlungen! Gerade sie haben das Höchste Wesen geoffenbart.
Nie hätte ich meinen Schöpfer, meinen Vater im Himmel kennengelernt, wenn diese heiligen Wahrheiten mir nicht als Boten so viele schöne Nachrichten über seine anbetungswürdige Majestät gebracht hätten.
Doch als mir die vielen Wahrheiten in den Sinn kamen, stieg ein Zweifel in mir auf: War es wirklich Jesus, der mir so viele Wahrheiten mitteilte, oder etwa der Feind oder meine Phantasie? Da überraschte mich Jesus und sagte zu mir:
„Meine gute Tochter, wie kannst du zweifeln? Allein die Vielzahl der so zahlreichen Wahrheiten über meinen Göttlichen Willen ist der sichere Beweis, dass nur dein Jesus mit starken und verschiedenen Argumenten so lange über dieses selbe Thema sprechen konnte.
Da Ich nämlich die Quelle dieser Wahrheiten besitze, ist es kein Wunder, dass Ich dir – und zwar auf viele verschiedene Weisen – sozusagen die kleinen Lichttropfen der Wahrheiten über meinen anbetungswürdigen Willen mitgeteilt habe.
Ich sage ‘Tropfen’, verglichen mit dem Vielen und dem unendlichen Meer, das Ich noch sagen könnte; in der Tat, wollte Ich die ganze Ewigkeit sprechen, hätte Ich so viel über die Wahrheiten meines Höchsten Fiat zu sagen, dass Ich nie ans Ende käme. Doch für dich waren meine Mitteilungen wie Meere, weil das, was für Mich – ein unendliches Wesen – Tropfen sind, das sind für dich Meere, die du ein endliches Geschöpf bist.
Daher sind die bloße Weitschweifigkeit und meine so langen Reden der sicherste und überzeugendste Beweis, dass nur dein Jesus so viele Gründe haben, und dass nur Er so viel über das wissen kann, was meinen eigenen Willen betrifft.
Der Feind besitzt nicht die Quelle; zudem würde er damit ein Thema anschneiden, das ihn noch mehr quält, da mein Göttlicher Wille das ist, was Er am meisten hasst und was ihn am meisten quält. Stünde es in seiner Macht, dann würde er die Erde auf den Kopf stellen und alle Künste und Raffinessen anwenden, damit niemand meinen Willen kennt und tut.
Noch weniger hätte dir deine Phantasie, die so begrenzt und klein ist, diese Wahrheiten offenbaren können. O, wie bald wäre das Licht des Verstandes verlöscht!
Nachdem du zwei oder drei Argumente vorgebracht hast, wärest du wie jemand, der sprechen möchte, dann aber keinen Ton mehr herausbringt und nicht weiterweiß, sodass du beschämt verstummt wärest.
Daher besitzt nur dein Jesus das stets neue, durchdringende Wort, voll göttlicher Frische, wunderbarer Lieblichkeit und überraschenden Wahrheiten, vor denen der menschliche Intellekt die Stirn beugen und bekennen muss: ‚Hier ist der Finger Gottes.’
Anerkenne daher eine solche Wohltat, und dein Mittelpunkt sei in allem nur mein Wille.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 9. April 1932)

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… So folgte ich dem himmlischen Kind in Ägypten und kam zu der Episode, als Es seine ersten Schritte tat. Ich küsste seine Schritte, legte mein ‚Ich liebe Dich‘ auf jeden seiner Schritte und erbat von Ihm die ersten Schritte seines Willens für alle Menschengeschlechter. Ich suchte, Ihm in allem nachzufolgen: wenn Er betete oder weinte, bat ich, dass sein Wille alle Gebete der Seelen beleben und seine Tränen das Leben seines Fiat in der Menschheitsfamilie wiederaufleben lassen mögen.
Während ich Ihm also in allem aufmerksam nachzufolgen suchte, besuchte der kleine König Jesus meine arme Seele und sagte zu mir: „Tochter meines Wollens, wie glücklich bin Ich, wenn das Geschöpf Mich nicht alleine lässt! Ich fühle es hinter Mir, vor Mir und in all meinen Akten.
Du sollst nun wissen, dass mein Exil in Ägypten nicht ohne Eroberungen war. Als Ich das Alter von ca. drei Jahren erreicht hatte, hörte Ich von unserer kleinen Hütte aus die Kinder, die mitten auf der Straße spielten und schrien, und klein wie Ich war, ging Ich in ihre Mitte hinaus.
sie Mich sahen, umringten sie Mich und wollten möglichst nahe an Mich herankommen, weil sie sich von meiner Schönheit, vom Zauber meines Blickes und meiner lieblichen Stimme hingerissen fühlten, Mich zu lieben.
Darum drängten sie sich um Mich und liebten Mich so sehr, dass sie sich nicht von Mir trennen konnten. Nun liebte auch Ich diese Kinder, und da die Liebe, wenn sie wahrhaftig ist, sich nicht nur zu erkennen zu geben sucht, sondern auch das schenken möchte, was sie in Zeit und Ewigkeit glücklich machen kann, richtete Ich nun meine erste kurze Predigt an diese Kleinen.
Da Ich Mich an ihre geringe Fassungskraft anpasste, konnten sie Mich – umso mehr, da sie die Unschuld besaßen – leichter verstehen. Willst du den Inhalt meiner Predigt wissen? Ich sagte zu ihnen:
„Meine Kinder, hört Mich an: Ich liebe euch sehr und möchte euch euren Ursprung zu erkennen geben. Schaut zum Himmel, dort oben habt ihr einen Himmlischen Vater, der euch überaus liebt.
Aber Er liebt euch so sehr, dass Er sich nicht damit zufriedengab, an euch als Vater im Himmel zu handeln, euch zu leiten, für euch eine Sonne, ein Meer, eine blühende Erde zu erschaffen, um euch glücklich zu machen.
Da Er euch nämlich mit überströmender Liebe liebt, wollte Er herabsteigen in eure Herzen und seinen Königspalast am Grunde eurer Seele errichten, indem Er sich zum süßen Gefangenen jedes einzelnen von euch machte.
Aber was wollte Er damit bezwecken? Eurem Herzschlag, eurem Atem und eurer Bewegung Leben zu geben! So geht Er, wenn ihr geht, also in euren Schritten, Er bewegt sich in euren kleinen Händen und spricht in eurer Stimme.
Und während ihr lauft oder euch bewegt, macht Er folgendes, da Er euch überaus liebt: einmal küsst Er euch, ein andermal drückt Er euch an Sich oder umarmt euch und trägt euch wie im Triumph, weil ihr seine geliebten Kinder seid.
Wie viele verborgene Küsse und Umarmungen schenkt euch nicht dieser unser Himmlischer Vater! Doch weil ihr unaufmerksam wart, habt ihr seinen Kuss nicht mit dem euren erwidert und seine väterlichen Umarmungen nicht mit euren Umarmungen.
So blieb Er mit dem Schmerz zurück, dass Ihn seine Kinder weder küssten noch umarmten. Nun, meine lieben Kinder, wisst ihr, was dieser Himmlische Vater von euch will? Er möchte, dass ihr Ihn in euch anerkennt, dass Er seinen Wohnsitz im Mittelpunkt eurer Seele hat.
Da Er euch alles gibt – und es nichts gibt, was Er euch nicht gibt – so will Er eure Liebe in allem, was ihr tut. Liebt Ihn also! Die Liebe gehe nie weg aus eurem kleinen Herzen, von euren Lippen, von euren Werken, von allem. Dies wird die köstliche Speise sein, die ihr seiner Väterlichkeit darreicht.
Er liebt euch über alles und möchte geliebt werden. Niemand kann euch so lieben, wie Er euch liebt! Es ist wahr, dass ihr auch einen irdischen Vater habt, aber wie sehr ist die Liebe dieses irdischen Vaters verschieden von der Liebe des Vaters im Himmel!
Er folgt euch nicht immer überall hin nach, er wacht nicht über eure Schritte, er schläft weder zusammen mit euch, noch schlägt er in eurem Herzen, und wenn ihr hinfallt, weiß er nicht einmal etwas davon. Euer Himmlischer Vater hingegen verlässt euch nie.
Wenn ihr zu fallen droht, reicht Er euch die Hand, damit ihr nicht stürzt, wenn ihr schlaft, wacht Er über euch. Auch wenn ihr spielt und ungezogen seid, ist Er bei euch und weiß alles, was ihr tut. Liebt Ihn daher sehr, sehr!“
Meine Liebe entflammte Mich noch mehr, und Ich sagte zu ihnen: ‚Gebt Mir das Wort, dass ihr Ihn immer, immer lieben werdet! Sagt gemeinsam mit Mir: ‚Wir lieben Dich, unser Vater, der Du im Himmel bist, wir lieben Dich, unser Vater, der Du in unseren Herzen wohnst!’“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 10. Januar 1938)