1In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. 2Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
3Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! 4Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
5Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. 6Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

„Saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war“ (Mk 3,1)

Meiner Gewohnheit entsprechend folgte ich den Akten des Göttlichen Willens in der Schöpfung und begriff, dass sie mit ihrem Schöpfer so eng verbunden ist wie ein Glied, das sich der Einheit mit seinem Leib erfreut. Kraft dieser Einheit nimmt das Glied die Wärme, die Bewegung und das Leben wahr. Als ich darüber nachdachte, sagte mein stets liebenswürdiger Jesus zu mir:
„Meine Tochter, jedes geschaffene Ding ist ein bestimmtes Glied von Mir. Als solches nützt es Mir, um die Ordnung und das Leben der Schöpfung aufrecht zu erhalten. Ich bediene Mich der Schöpfung, um meine Barmherzigkeit in einem Augenblick zu offenbaren, meine Macht in einem anderen Moment, meine Gerechtigkeit im nächsten.
Mehr noch, da diese Schöpfung in meinen Göttlichen Willen versenkt ist, kann sie sich weder bewegen noch funktionieren, wenn mein Göttliches Fiat ihr nicht die Bewegung oder die Fähigkeit zur Funktion verleiht.
Nun ist das Geschöpf genauso wie die Schöpfung ein Glied Gottes: Solange es mit Gott vereint bleibt, nimmt es an allen Eigenschaften Gottes teil, wie ein mit dem Körper verbundenes Glied am Blutkreislauf, an der Wärme und Bewegung desselben Leibes teilnimmt.
Doch wer bewahrt diese Einheit felsenfest und dieses Glied, d.h. das Geschöpf, permanent und in voller Kraft mit seinem Schöpfer verbunden? Mein Göttlicher Wille!
Er ist das Band der Einheit und der Übertragung von Wärme und Bewegung. Somit macht Er das Leben seines Schöpfers in jeder Bewegung fühlbar und bringt effektiver als das Blut die Göttliche Heiligkeit, Stärke, Liebe und Güte, kurz – alle Eigenschaften seines Schöpfers – in diesem Glied in Umlauf.
Doch wenn mein Wille nicht da ist, ist das Geschöpf ein abgetrenntes Glied, das nicht an der Übertragung des Lebens im Körper teilnehmen kann. Das Glied scheint verbunden zu sein, aber es ist gleichsam ein gelähmtes Glied, das kaum lebendig und bewegungslos ist.
Es wird dem Göttlichen Haupt Sorge und Kummer bereiten, ein Glied zu haben, dem Es nicht das Gut seines Lebens mitteilen kann.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 20. Mai 1930)

„Er … voll Trauer über ihr verstocktes Herz …“ (Mk 3,5)

Das erste Wort, das Jesus am Kreuze sprach, war das Wort der Verzeihung, um beim Vater seine Henker und alle sündigen Seelen zu entschuldigen, seine Gerechtigkeit in Barmherzigkeit umzuwandeln.
So wollen auch wir dem Vater Akte darbieten, um die Sünder zu entschuldigen, dass er, gerührt durch unser Flehen um Verzeihung, keine Seele mehr der Hölle verfallen lassen könne. Wir wollen uns auch mit Jesus vereinigen, uns als Wache bei den Herzen der Menschen aufstellen, damit niemand mehr ihn beleidige.
Wir lassen seiner Liebe in uns freien Lauf, wenn wir wohlgemut alles annehmen, was er über uns verhängt: Herzenskälte, Geistesdürre, Finsternis, Bedrückungen, Versuchungen, Zerstreuungen, Verleumdungen, Krankheiten und andere Leiden, um ihm einen Ersatz zu bieten für das, was er von den Geschöpfen leidet. Doch lässt Jesus nicht allein seiner Liebe in uns freien Lauf.
Gar oft, wenn er Herzenskälte vonseiten der Menschen erfährt, begibt er sich zur Seele und lässt sie seine Kälte empfinden. Ist die Seele empfänglich dafür, dann fühlt sich Jesus entschädigt für alle Kälte vonseiten der Geschöpfe, und diese Kälte wird an den Herzen der Menschen so lange Wache halten, bis sie den lieben, der sie liebt.
Jesus, mein geliebtes Gut! Du leidest so schwer wegen des Verlustes der Seelen. Aus Mitleid mit dir stelle ich mein ganzes Wesen zu deiner Verfügung. Ich will deine und der Sünder Leiden auf mich nehmen. Dann wirst du erquickt, und die Sünder werden an dich gefesselt sein.
Mein Jesus, mach, dass mein ganzes Wesen sich in Liebe auflöse, um dir ohne Unterlass Trost zu bereiten und alle deine Bitterkeiten zu versüßen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 19 bis 20 Uhr: Das gesetzliche Abendmahl)

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… „Mein Kind, lass meine Liebe ausströmen und sühne mit mir für jene, die das Gute tun, mich aber entehren. Die Juden legen mir wieder meine Kleider an, nur um mich noch mehr beim Volk in Verruf zu bringen und es zu überzeugen, dass ich wahrhaft ein Missetäter sei.
Scheinbar war diese Bekleidung eine gute Handlung, aber der Absicht nach und in sich selbst war sie böse. O wie viele verrichten gute Handlungen, spenden oder empfangen die heiligen Sakramente, aber in menschlicher, mitunter sogar böser Absicht.
Das Gute jedoch, das man in böser Absicht tut, führt zur Herzenshärte. So will ich ein zweites Mal gekrönt sein unter noch heftigeren Schmerzen als beim ersten Mal, um die Herzenshärte der Menschen zu erweichen und sie mit meinen Dornen an mich heranzuziehen.
Meine Tochter! Diese zweite Krönung ist mir weit schmerzvoller. Es kommt mir vor, als wäre mein Haupt in Dornen vergraben. Bei jeder Bewegung, die ich mache, und bei jedem Stoß, den sie mir geben, habe ich grausame Todesqualen zu erdulden.
Damit will ich die Bosheit sühnen, die in jeder Beleidigung Gottes liegt; sühnen für jene, die, wie auch immer ihr Seelenzustand sein mag, statt an ihre Heiligung zu denken, nur in Zerstreuungen leben, meine Gnaden zurückweisen und mich so noch grausamere Dornen empfinden lassen.
Mir bleibt nichts übrig, als zu seufzen, Bluttränen zu vergießen und ihre Rettung zu ersehnen. Ach, ich tue alles, die Menschen zu lieben, und sie tun alles, mich zu beleidigen. Lass wenigstens du mich nicht allein in meinen Leiden und meinen Sühneleistungen.“ (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 10 bis 11 Uhr: Jesus nimmt das Kreuz auf die Schulter. Gang auf den Kalvarienberg. Jesus fällt unter dem Kreuz und wird seiner Kleider beraubt)

„Er… sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund“ (Mk 3, 5)

Ich dachte an den Heiligen Göttlichen Willen und sagte mir: „Doch was wird das große Gut dieses Reiches des Höchsten FIAT sein?” Und als wollte Jesus geschwind meine Gedanken unterbrechen, bewegte Er sich in meinem Innern und sprach zu mir: „Meine Tochter, was wird das große Gut sein?! Was wird das große Gut sein?!
Das Reich meines FIAT wird alle Güter, alle Wunder und die großartigsten Wundertaten einschließen. Ja es wird sie alle zusammen übertreffen, und wenn ein Wunder darin besteht, einem Blinden das Sehvermögen zu geben, einen Krüppel aufzurichten, einen Kranken zu heilen, einen Toten aufzuwecken, usw., wird das Reich meines Willens die Nahrung haben, die davor bewahrt.
Für keinen, der es betritt, wird noch Gefahr bestehen, dass er blind, verkrüppelt und krank bleiben könnte. Der Tod wird keine Macht mehr in der Seele haben, und wenn er sie über den Körper haben wird, so wird es kein Tod, sondern ein Übergang sein.
Ohne die Nahrung der Schuld und des degradierten menschlichen Willens, der den Verfall des Leibes verursacht hat, und mit der bewahrenden Nahrung meines Willens, werden auch die Körper nicht der Verwesung und dem Verfall unterworfen sein. Er ist so schauderhaft, dass es auch den stärksten Menschen
Schrecken einjagt, wie es bis jetzt noch der Fall ist, sondern sie werden in ihren Gräbern unverwest bleiben und den Tag der Auferstehung aller erwarten.
Was glaubst du, ist ein größeres Wunder: einem armen Blinden das Augenlicht zu geben, einen Krüppel aufzurichten, einen Kranken zu heilen, oder ein vorbeugendes Mittel zu haben, damit das Auge nie sein Sehvermögen verliert, damit man immer aufrecht geht und immer gesund bleibt?
Ich glaube, dass das vorbeugende Wunder größer ist als das Wunder, nachdem das Unglück geschehen ist. Hier liegt der große Unterschied zwischen dem Reich der Erlösung und dem Reich des Höchsten FIAT. Im ersten gab es das Wunder für die armen Unglücklichen, wie es noch heute ist, von denen sich einige in diesem unglücklichen Zustand, jene in einem anderen befinden.
Deshalb gab Ich auch äußerlich das Beispiel so vieler verschiedener Heilungen, welche die seelischen Heilungen symbolisierten, die Ich den Seelen schenkte, und die leicht zu ihrer Krankheit zurückkehren.
Das zweite wird ein bewahrendes Wunder sein, denn mein Wille besitzt die wunderbare Macht, dass jeder, der sich von Ihm beherrschen lässt, keinem Übel unterworfen sein wird. Deshalb wird mein Wille es nicht nötig haben, Wunder zu wirken, denn Er wird seine Kinder immer gesund, heilig und schön bewahren, würdig jener Schönheit, die aus unseren schöpferischen Händen bei der Erschaffung des Menschen hervorgegangen ist.
Das Reich des Göttlichen FIAT wird das große Wunder bewirken, alle Übel, Armseligkeiten und Befürchtungen zu verbannen. In der Tat, mein Wille wird kein auf Zeit und Umstände bezogenes Wunder wirken, sondern die Kinder seines Reiches in einem Akt des ständigen Wunders bei Sich behalten, um sie vor jeglichem Übel zu bewahren und sie als Kinder seines Reiches unterscheidbar zu machen.
So wird es in den Seelen sein, aber auch im Leib wird es viele Veränderungen geben, denn immer ist es die Schuld, die alle Übel nährt. Ist die Sünde beseitigt, so fehlt dem Bösen die Nahrung, umso mehr, als mein Wille und die Sünde nicht koexistieren können, daher wird auch die menschliche Natur seine wohltuenden Wirkungen erfahren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 22. Oktober 1926)

„Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen“ (Mk 3,6)

Wegen der ständigen Entbehrungen meines süßen Jesus lebe ich wie eine Sterbende. Diesen Morgen befand ich mich ganz in Jesus, als schwimme ich in der Unermesslichkeit meines Höchsten Gutes.
Dann schaute ich in mich und sah Jesus in mir, und nahm wahr, wie das ganze Wesen Jesu sprach: die Füße, die Hände, das Herz, der Mund, mit einem Wort, dies alles waren Stimmen; und nicht nur das, sondern das Wunderbare war, dass jene Stimmen unermesslich wurden, sich in jedem Geschöpf vervielfältigten: die Füße Jesu sprachen zu den Füßen und zu jedem Schritt der Geschöpfe, die Hände zu den Werken, die Augen zu den Blicken, die Gedanken zu jedem Gedanken.
Welche Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf! Welch zauberhafter Anblick, welche Liebe! Aber leider, alle diese Harmonien wurden von der Undankbarkeit und den Sünden zerbrochen, die Liebe wurde mit Beleidigungen vergolten. Und Jesus sprach ganz betrübt zu mir:
„Meine Tochter, Ich bin das WORT – Verbum, und meine Liebe zu den Menschen ist so groß, dass Ich Mich in so vielen Stimmen vervielfältige, wie viele Akte, Gedanken, Affekte, Wünsche jedes Geschöpf verrichtet, um von ihnen die Vergeltung dieser Akte zu erhalten, die aus Liebe zu Mir getan wurden.
Ich gebe Liebe und will Liebe erhalten, aber Ich empfange dafür Beleidigungen; Ich gebe das Leben, und wenn sie könnten, würden sie Mir den Tod bringen; aber trotz alledem setze Ich meinen liebenden Dienst fort.
Nun wisse jedoch, dass die Seele, die vereint mit Mir und in meinem Willen lebt, in meiner Unermesslichkeit schwimmt, und gemeinsam mit Mir ganz Stimme ist. Wenn sie also geht, sprechen ihre Füße zum Sünder, ihre Gedanken sind Stimmen für den Geist der Menschen, und so ist es mit allem übrigem.
Bei diesen Seelen allein finde Ich in etwa eine Vergeltung im Werk der Schöpfung; und da sie sehen, dass sie nichts aus sich vermögen, treten sie, um meiner Liebe zu entsprechen und die Harmonie zwischen Mir und ihnen aufrecht zu erhalten, in meinen Willen ein, machen sich zu dessen Besitzern und handeln auf göttliche Weise.
So findet meine Liebe Erleichterung, und Ich liebe sie mehr als alle anderen Geschöpfe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 15. April 1916)