5In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: 6Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. 7Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
8Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. 9Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
10Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. 11Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

„Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen“ (Mt 8,5)

… Danach verstummte Er, ganz betrübt wegen des großen Unglücks, das der menschliche Wille in den Geschöpfen verursacht und sogar Gottes schönes Abbild entstellt hatte, das Er ihnen bei der Erschaffung eingegossen hatte und fügte seufzend hinzu:
„Meine Tochter, der menschliche Wille lähmt das Leben der Seele. Denn ohne meinen Willen kreist das göttliche Leben nicht in der Seele, das mehr als reines Blut die Bewegung, die Vitalität, den vollkommenen Gebrauch aller geistigen Fähigkeiten bewahrt, auf eine Art, dass diese gesund und heilig heranwächst und man in der Seele die Ähnlichkeit mit Uns erkennen kann.
Wie viele Seelen sind gelähmt ohne meinen Willen! Welch mitleiderregendes Schauspiel, die Menschengeschlechter fast alle in der Seele gelähmt zu sehen.
Daher sind sie unlogisch denkend, blind für das Gute, taub für die Wahrheit, stumm um sie zu lehren, träge zu heiligen Werken, unbeweglich, um den Weg des Himmels zu gehen, weil der menschliche Wille, der den Kreislauf meines Willens behindert, die allgemeine Lähmung in der Menschenseele bewirkt.
Es ist wie beim Leib, dessen Krankheiten zum Großteil, besonders die Lähmungen, wegen des mangelnden Blutkreislaufs verursacht sind. Wenn das Blut gut kreist, ist der Mensch robust und stark und erleidet keinerlei Unwohlsein.
Doch wenn der Blutkreislauf unregelmäßig wird, beginnen die Unpässlichkeiten, die Schwächen, die Schwindsucht, und wenn der Kreislauf sehr unregelmäßig wird, bleibt man gelähmt, weil das Blut, das nicht zirkuliert und schnell durch die Adern fließt, die großen Übel der menschlichen Natur bildet.
Was würden die Menschen nicht alles unternehmen, wenn sie wüssten, dass es eine Medizin für einen regelmäßigen Blutkreislauf gibt? Sie würden, wer weiß wohin gehen, um sie zu bekommen, damit ihnen kein Übel widerfahre.
Und doch gibt es das große Heilmittel meines Willens, um jegliches Übel der Seele zu vermeiden, um nicht im Guten gelähmt zu sein, sondern stark und kräftig in der Heiligkeit heranzuwachsen, aber wer ergreift es?
Es ist dies ein Heilmittel, das kostenlos gegeben wird, und die Menschen müssen auch nicht umherfahren, um es zu erhalten, sondern es ist im Gegenteil stets bereit, sich zu verschenken und sich zum geregelten Leben des Geschöpfs zu machen.
Welcher Schmerz, meine Tochter! Welcher Schmerz!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 31. August 1926)

„Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen“ (Mt 8,7)

…“Kleine Tochter meines Göttlichen Wollens, wisse, dass das Vorrecht über jeden geschöpflichen Akt das absolute Recht meines Göttlichen FIAT ist. Wer Ihm das Vorrecht verweigert, nimmt Ihm seine Göttlichen Rechte, die Ihm aus Gerechtigkeit geschuldet werden, da Es der Schöpfer des menschlichen Willens ist.
Wer beschreibt dir, meine Tochter, wie viel Böses ein Geschöpf tun kann, wenn es so weit kommt, sich dem Willen seines Schöpfers zu entziehen? Du siehst, es reichte ein Akt des Rückzugs des ersten Menschen aus unserem Göttlichen Willen, um das Schicksal der Menschengeschlechter zu verändern, und nicht nur das, sondern das Los unseres Göttlichen Willens selbst.
Hätte Adam nicht gesündigt, dann hätte das Ewige Wort, d.h. der Wille des Himmlischen Vaters selbst, glorreich, triumphierend und herrschend auf die Erde kommen sollen, sichtbar von seinem Engelheer begleitet, das alle sehen hätten sollen.
Mit dem Glanz seiner Glorie und seiner Schönheit hätte Er alle faszinieren und an sich ziehen sollen. Er wäre als König gekrönt und mit dem Zepter der Befehlsgewalt gekommen, um König und Haupt der Menschheitsfamilie zu sein, sodass diese die große Ehre gehabt hätten, sagen zu können: ‘Wir haben einen König, der Mensch und Gott ist’.
In der Tat, dein Jesus sollte nicht vom Himmel herabsteigen, um eine kranke Menschheit vorzufinden. Denn hätte er sich nicht aus meinem Göttlichen Willen zurückgezogen, so hätte es weder Krankheiten der Seele noch des Leibes gegeben, da es [nur] der menschliche Wille war, der das arme Geschöpf gleichsam in Leiden ertränkte.
Das FIAT war unantastbar für jeglichen Schmerz und so sollte auch der Mensch sein. So sollte Ich den Menschen glücklich, heilig und in der Fülle der Güter antreffen, mit der Ich ihn erschaffen hatte. Da er aber seinen eigenen Willen tun wollte, verwandelte er unser Los.
Und da es festgesetzt worden war, dass Ich auf die Erde herabsteigen sollte – und wenn die Gottheit etwas beschließt, kann Sie nichts davon abbringen – so änderte Ich nur die Art und die Erscheinung, aber Ich stieg herab – doch unter demütigster Verkleidung: arm, ohne jegliche glorreiche Ausstattung, leidend und weinend und beladen mit allen menschlichen Armseligkeiten und Leiden.
Der menschliche Wille bewirkte, dass Ich den Menschen unglücklich, blind, taub und stumm und voll von allen Armseligkeiten vorfand. Um ihn zu heilen, musste Ich all dieses Elend auf Mich nehmen, und um ihnen keine Angst einzujagen, musste Ich Mich als einer von ihnen zeigen, ihr Bruder werden und ihnen die nötigen Medikamente und Heilmittel verabreichen.
So hat der menschliche Wille die Macht, den Menschen glücklich oder unglücklich, einen Heiligen oder einen Sünder, einen Gesunden oder einen Kranken aus ihm zu machen.
Du siehst also, wenn sich die Seele entschließt, immer, immer meinen Göttlichen Willen zu tun und in Ihm zu leben, wird sie ihr Schicksal ändern. Mein Göttlicher Wille wird sich über die Seele stürzen, sie zu seiner Beute machen, und indem Er ihr den Kuss der Erschaffung gibt, wird Er Aussehen und Art verändern.
Sie an seine Brust drückend, wird Er zu ihr sagen: ‘Lass uns alles beiseitestellen. Die erste Zeit der Schöpfung ist für dich und für Mich zurückgekehrt. Alles wird Glückseligkeit sein zwischen dir und Mir, du wirst in unserem Haus als unsere Tochter wohnen, in der Überfülle der Güter deines Schöpfers.‘
Höre, meine kleine Neugeborene meines Göttlichen Willens, hätte der Mensch nicht gesündigt und sich nicht aus meinem Göttlichen Willen zurückgezogen, so wäre Ich auf die Erde gekommen, aber weißt du, wie?
Voller Majestät, wie Ich von den Toten auferstand, dass Ich zwar meine mit dem Ewigen Wort vereinte Menschheit hatte, die der eines Menschen ähnlich war – aber wie verschieden war doch meine auferstandene Menschheit: verherrlicht, mit Licht bekleidet und weder dem Leiden noch dem Tod unterworfen! Vor dem Tod war meine Menschheit jedoch allen – wenn auch freiwilligen – Leiden unterworfen, ja Ich war sogar der Mann der Schmerzen.
Und da der Mensch seine Augen immer noch durch den menschlichen Willen geblendet hatte, und er somit immer noch krank war, waren es nur wenige, die Mich als Auferstandenen sahen – was zur Bekräftigung meiner Auferstehung diente.
Dann stieg Ich zum Himmel empor, um dem Menschen die [nötige] Zeit zu gewähren, damit er kraft der Heilmittel und Medikamente gesunde und sich disponiere, meinen Göttlichen Willen kennenzulernen, um nicht von seinem eigenen, sondern von Meinem zu leben.
So werde Ich Mich voller Majestät und Glorie inmitten der Kinder meines Reiches zeigen können. Darum ist meine Auferstehung die Bestätigung des „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“.
Nach einem so langen Schmerz, den mein Göttlicher Wille über so viele Jahrhunderte erduldete, wo Er nicht sein Reich und seine absolute Herrschaft auf Erden hatte, war es gerecht, dass meine Menschheit seine Göttlichen Rechte in Sicherheit brachte. Und es war gerecht, dass sie meinen und seinen primären Zweck verwirklichte, nämlich sein Reich unter den Menschen zu errichten.
Um überdies noch mehr zu untermauern, wie sehr der menschliche Wille sein eigenes Los und das meines Willens in seiner Hinsicht verwandelt hat, sollst du wissen, dass in der ganzen Weltgeschichte nur zwei Personen vom Göttlichen Willen gelebt haben, ohne je ihren eigenen zu tun: die Höchste Königin und Ich Selbst.
Der Abstand, der Unterschied zwischen Uns und den anderen Geschöpfen ist unendlich, sodass nicht einmal unsere Körper auf der Erde blieben.
Sie hatten dem Göttlichen FIAT als Palast gedient, und Dieses fühlte sich unzertrennlich von unseren Körpern und beanspruchte daher unsere Körper und entführte sie mit seiner herrschenden Kraft, zugleich mit unseren Seelen, in sein Himmlisches Vaterland.
Und warum all das? Der ganze Grund dafür liegt darin, dass unser menschlicher Wille nie einen Akt des Lebens hatte, sondern die ganze Herrschaft und das Handlungsfeld allein meinem Göttlichen Willen gehörten.
Seine Macht ist unendlich, seine Liebe ist unübertrefflich.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 31. März 1929)

„Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“ (Mt 8, 8)

Diesen Morgen war ich in einem derartigen Zustand der Selbstvernichtung, bis ich so weit kam, mich widerwärtig und lästig zu finden. Mir schien, ich wäre das verabscheuungswürdigste Wesen, das man finden könnte.
Ich sah mich wie ein kleiner Wurm, der sich warf und wand, doch immer dort im Schmutz blieb, unfähig, einen Schritt zu tun.
O Gott, welch menschliches Elend! Obwohl ich so viele Gnaden empfangen habe, bin ich immer noch so schlecht! Mein guter Jesus, stets gütig mit dieser elenden Sünderin, kam und sagte mir:
„Verachtung deiner selbst ist dann lobenswert, wenn sie gut mit dem Geist des Glaubens bekleidet ist; doch wenn sie nicht mit dem Geist des Glaubens umhüllt ist, kann sie dir, anstatt dir Gutes zu tun, Schaden zufügen.
Tatsächlich wärest du, dich so zu sehen wie du bist, unfähig, irgendetwas Gutes zu tun, ohne Vertrauen (entmutigt), bedrückt, würdest nicht wagen, einen Schritt auf dem Weg des Guten zu tun.
Aber wenn du dich an Mich lehnst, d.h., dich mit dem Geist des Glaubens kleidest – wirst du dich selbst kennen und verachten, und zugleich, indem du Mich kennst, voll Vertrauen sein, alles mit Meiner Hilfe tun können.
Und so, wenn du auf diese Weise handelst, wirst du entsprechend der Wahrheit deinen Weg gehen.“
Wie viel Gutes bewirkten diese Worte Jesu in meiner Seele! Ich verstand, dass ich in meine Nichtigkeit eintreten musste und wissen, wer ich bin, doch ich durfte hier nicht stehen bleiben, sondern gleich nachdem ich mich erkannt habe, muss ich in das unermessliche Meer Gottes eintauchen und dort Halt machen, um alle Gnaden zu schöpfen, die meine Seele benötigt; sonst ermattet meine Natur, und der Dämon wird sich um Mittel umsehen, um mich in das Misstrauen zu stürzen.
Der Herr sei stets gepriesen, und möge alles zu seiner Ehre sein! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 26. Mai 1899)

„Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden“ (Mt 8,10)

Nachdem ich bitterste Tage der Tränen, der Entbehrung und des Schweigens durchgemacht habe, kann mein armes Herz nicht mehr.
Die Marter, außerhalb meiner Mitte, Gott, zu sein, ist so groß, dass ich ständig zermalmt werde inmitten dichter Wogen eines wütenden Sturmes, und in einem Zustand großer Gewalt bin, sodass ich in jedem Augenblick den Tod erleide, und was noch schlimmer ist, ich kann nicht sterben.
Als ich mich in dieser Lage befand, ließ Er sich für eine kleine Weile sehen und sagte mir: „Meine Tochter, wenn die Seele in allen Dingen den Willen eines anderen tut, sagt man, dass sie Vertrauen in diese Person hat, deshalb lebt sie von dem Willen jemandes anderen, und nicht von ihrem eigenen. So sage Ich, wenn die Seele meinen Willen in allem tut, dass sie Glauben hat.
So sind also der Göttliche Wille und der Glaube Zweige, die vom selben Stamm hervorgebracht werden; und da der Glaube einfach ist, bringen der Glaube und der Göttliche Wille einen dritten Zweig hervor, jenen der Einfachheit.
Und so erwirbt die Seele die Eigenschaften einer Taube in allem zurück. Willst du nicht meine Taube sein?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 22. November 1901)

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Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand; sobald ich meinen anbetungswürdigen Jesus sah, sprach ich zu Ihm: „Mein Herr und mein Gott.“ Er setzte fort:
„Gott, Gott, Gott allein. Tochter, der Glaube lässt Gott erkennen, aber das Vertrauen lässt Ihn finden, so ist der Glaube ohne Vertrauen ein unfruchtbarer Glaube.
Obwohl der Glaube unermessliche Reichtümer besitzt, mit denen sich die Seele bereichern kann, bleibt sie immer arm, und es fehlt ihr alles, wenn sie kein Vertrauen hat.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 29. Juli 1904)