21In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 22Judas – nicht der Judas Iskariot – fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?
23Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. 24Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
25Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26Der Beistand, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“ (Joh 14,21)

Jesus kommt weiterhin mit seinen gewohnten Verspätungen, und ich fühlte die ganze Last seiner Beraubung, als Er ganz plötzlich kam und – ich weiß nicht warum – mir diese Frage stellte: „Kannst du Mir sagen, weshalb der Gehorsam so verherrlicht wird und so viel Ehre erfährt, dass Er der Seele das Bild Gottes einprägt?“
Ganz verlegen, wusste ich nicht, was ich erwidern sollte, doch durch ein intellektuelles Licht, das Er mir sandte, antworte der gebenedeite Jesus selbst; und da es durch Licht war, nicht Worte, habe ich keine Begriffe, um mich auszudrücken.
Der Gehorsam will jedoch, dass ich versuche, es niederzuschreiben. Ich glaube, ich werde großen Unsinn sagen, und Dinge schreiben, die nicht zusammenpassen, doch ich setze all meinen Glauben in den Gehorsam, besonders, da dies Dinge sind, die ihn direkt betreffen, und ich beginne meinen Versuch:
Es schien mir also, dass Jesus sagte: „Der Gehorsam wird so verherrlicht, weil er die Kraft hat, die menschlichen Leidenschaften bis in ihre Wurzeln hinein zu entwurzeln.
Er vernichtet in der Seele alles, was irdisch und materiell ist und erstattet der Seele zu ihrer großen Ehre wieder ihren ursprünglichen Zustand zurück, d.h., so wie sie von Gott in ihrer ursprünglichen Gerechtigkeit erschaffen wurde, ehe sie aus dem irdischen Eden vertrieben wurde.
Und in diesem erhabenen Zustand fühlt sich die Seele stark hingezogen zu allem, was gut ist; sie fühlte alles, was gut, heilig und vollkommen ist, gleichsam als [wäre es] ihr eingeboren, und empfindet größten Schrecken sogar vor dem Schatten des Bösen.
Mit dieser glücklichen Natur, die sie aus der überaus erfahrenen Hand des Gehorsams empfangen hat, findet die Seele keine Schwierigkeit mehr darin, die erhaltenen Befehle auszuführen; umso mehr, da jener, der anordnet, stets das Gute befehlen muss.
Und so siehst du, wie es der Gehorsam versteht, das göttliche Bild gut einzuprägen; nicht nur das, sondern er verwandelt die menschliche Natur in die göttliche, denn so wie Gott gut, heilig und überaus vollkommen und zu allem Guten geneigt ist und alles Böse sehr hasst, so hat der Gehorsam die Kraft, die menschliche Natur zu vergöttlichen, und sie die göttlichen Eigenschaften erwerben zu lassen.
Und je mehr sich die Seele von dieser höchst erfahrenen Hand führen lässt, umso mehr erwirbt sie vom Göttlichen und macht ihr eigenes Sein zunichte.
Deshalb ist der Gehorsam so verherrlicht und geehrt, sodass Ich selbst Mich ihm unterworfen habe und dadurch geehrt und verherrlicht wurde; und durch ihn gab Ich all meinen Kindern die Ehre und Herrlichkeit zurück, die sie wegen des Ungehorsams verloren hatten.“
Das ist mehr oder weniger, was ich in der Lage bin, kundzutun; das Übrige fühle ich in meinem Geist, doch mir fehlen die Worte, denn die Erhabenheit des Begriffes dieser Tugend ist derart, dass meine arme menschliche Sprache keine geeigneten Worte finden kann… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. November 1900)

… „Der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren“ (Joh 14,21)

Mein armer Geist kehrt stets zum Göttlichen Willen zurück. Nach dem Empfang der Hl. Kommunion sagte ich zu meinem liebenswürdigen Jesus: „In deinem Willen gehört alles mir, daher liebe ich Dich mit der Liebe meiner und deiner Mutter und Königin, ich küsse Dich mit ihren Lippen und umarme Dich ganz innig und fest mit ihren Armen.
Ich nehme Dich mit und flüchte mich in ihr Herz, um Dir ihre Freuden, ihre Wonnen und ihre Mutterschaft zu schenken, damit Du die Süßigkeit und die Obhut finden mögest, die Dir deine Mutter angedeihen zu lassen weiß.“ Als ich mich gemeinsam mit Jesus in meine Mutter einschloss, sprach der süße Jesus voller Zärtlichkeit zu mir:
„Meine Tochter und Tochter meiner Mutter, wie glücklich bin ich, die Tochter zusammen mit meiner Mutter zu finden, und die Mama mit der Tochter! Denn Sie möchte, dass Mich die Seelen mit ihrer eigenen Liebe lieben, Mich mit ihrem Mund küssen und mit ihren Armen umarmen.
Sie möchte ihnen ihre Mütterlichkeit schenken, um Mich in Sicherheit zu bringen, und damit sie an Mir als Mutter handeln. Wenn Ich Mutter und Tochter antreffe, die Mich mit einer einzigen Liebe lieben, ist das für Mich das größte Glück, und Ich spüre, wie beide Mir ein neues Paradies auf Erden bereiten. Aber dies genügt Mir nicht: in der Seele, die in meinem Willen lebt, möchte Ich alles vorfinden.
Wenn auch nur irgendetwas fehlt, kann Ich nicht behaupten, dass alles im Geschöpf vollständig ist. Ich möchte in der Seele nicht nur meine Mutter auf ihrem Ehrenplatz als Königin und Mutter vorfinden, sondern auch meinen Himmlischen Vater und den Heiligen Geist.
Indem sich die Seele deren Liebe zu eigen macht, liebt sie Mich mit deren unermesslicher und unendlicher Liebe. Bereite Mir also, meine Tochter, die Freude, Mir zu sagen, dass du Mich zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist liebst.“
Jesus schwieg und wartete, dass ich Ihm das sage, was Er wollte. Und obwohl unwürdig, sprach ich zu Ihm, um Ihn zufriedenzustellen: ‚Ich liebe Dich in der unermesslichen Macht und Liebe des Vaters, mit der grenzenlosen Liebe des Heiligen Geistes, ich liebe Dich mit der Liebe, mit der Dich alle lieben, Engel und Heilige.
Ich liebe Dich mit jener Liebe, mit der Dich alle gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen menschlichen Geschöpfe lieben oder lieben sollten. Ich liebe Dich im Namen aller erschaffenen Dinge und mit jener Liebe, mit der Du sie erschaffen hast…‘
Der teure Jesus seufzte tief auf und fügte hinzu: „Endlich ist mein sehnliches Verlangen erfüllt, alles im Geschöpf vorzufinden: Ich finde unsere endlosen Liebesmeere, Ich finde die Wonnen meiner Mutter, die Mich liebt, Ich finde alles und alle. In einer Seele also, die in meinem Willen lebt, muss Ich alles und alle finden, und Ich muss diese [Seele] in allen finden.
Überdies zeugte Mich mein Himmlischer Vater in der Liebe, und wer Mich liebt und sich nichts von unserer Liebe entgehen lässt, den fühle Ich mit Mir im Akt, Mir ständig Liebe zu geben und Liebe zu empfangen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 10. April 1938)

„Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14, 23)

… „Meine Tochter, das größte Wunder der Schöpfung ist die Hl. Jungfrau. Der Göttliche Wille, der ihren menschlichen Willen vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis unterwarf, und der Wille dieses heiligen Geschöpfes, der das Göttliche Fiat unterwarf, besiegten einander gegenseitig und waren beide Sieger.
Als der Göttliche Wille als herrschender König in ihren menschlichen Willen eintrat, begann die Kette der großen göttlichen Wunder in diesem erhabenen Geschöpf.
Die unerschaffene Kraft ergoss sich in die geschaffene Kraft, doch so sehr, dass diese [geschaffene Kraft] die ganze Schöpfung [hätte] stützen können, als wäre sie ein Strohhalm.
Alle geschaffenen Dinge fühlten die geschaffene Macht in der unerschaffenen, die sie stützte und zu ihrer Erhaltung beitrug. O, sie fühlten sich noch mehr geehrt und glücklich, dass eine geschaffene Kraft als ihre Königin in allem floss, die sie unterstützte und erhielt.
Ihre Macht war so groß, dass Sie über alle herrschte, sogar über ihren Schöpfer. Sie war unbesiegbar, sodass Sie mit der Kraft des Göttlichen Fiat alle und alles besiegte, ja alle ließen sich von dieser göttlichen Herrscherin besiegen, da Sie eine machtvolle und hinreißende Kraft besaß, der niemand widerstehen konnte.
Selbst die Dämonen fühlten sich geschwächt und wussten nicht, wo sie sich vor dieser unübertrefflichen Macht verstecken sollten. Das ganze Höchste Sein ergoss sich in diesen geschaffenen Willen, der vom Göttlichen Willen unterworfen worden war.
Die unendliche Liebe ergoss sich in die endliche Liebe, und alles und alle fühlten sich von diesem Heiligen Geschöpf geliebt. Ihre Liebe war so groß, dass Sie sich mehr als die Luft von allen einatmen ließ, sodass diese Königin der Liebe das Bedürfnis empfand, alle als Mutter und Königin aller zu lieben. Unsere Schönheit erfüllte Sie so sehr, dass Sie die Macht, Liebe, Güte und hinreißende Gnade besitzt, sodass Sie, während Sie liebt, bewirkt, dass Sie von allen geliebt wird, sogar von den vernunftlosen Dingen.
So gab es keinen Akt, kein Gebet, keine Liebe, Anbetung, Wiedergutmachung [von Ihr], von denen nicht Himmel und Erde erfüllt wären. Sie beherrschte alles, und ihre Liebe und alles, was Sie tat, floss im Himmel, in der Sonne, im Wind, in allem.
Unser Höchstes Sein fühlte sich in allen geschaffenen Dingen durch dieses Geschöpf geliebt und gebeten. Ein neues Leben floss in allem; Sie liebte Uns im Namen aller und machte, dass alle Uns liebten.
Es war der unerschaffene Wille, der den Ehrenplatz im geschaffenen Willen hatte, der alles für Uns tun konnte und Uns die Vergeltung dafür geben konnte, dass Wir ihm die ganze Schöpfung zur Verfügung gestellt hatten.
So begann mit der Empfängnis dieser Großen Königin das wahre Leben Gottes im Geschöpf, und das Leben des Geschöpfs in Gott. O, welcher Austausch der Liebe, der Kraft, der Schönheit, des Lichtes fanden zwischen Gott und dem Geschöpf statt!
Daher waren die Wunder, die sich in Ihr abwechselten, andauernd und unerhört; Himmel und Erde staunten, die Engel waren hingerissen angesichts meines Göttlichen Willens, der im Geschöpf wirkte.
Meine Tochter, da diese Große Herrin im Göttlichen Willen lebte, fühlte Sie sich in der Tat als Königin aller und von allem, sogar als Königin des Großen Göttlichen Königs, und zwar so sehr, dass Sie es war, welche die Himmelspforte für die Herabkunft des Ewigen Wortes bildete.
Sie bereitete Ihm den Weg und den Platz in ihrem Schoß, wo Er seine Wohnung haben sollte, und in der Eindringlichkeit ihrer gebieterischen Liebe sprach Sie zu Mir: ‚Steig herab, o Ewiges Wort, Du wirst in mir deinen Himmel finden, deine Freuden, denselben Willen, der in den Drei Göttlichen Personen herrscht.’ Nicht nur das, sondern Sie stellte das Tor und den Weg dar, damit die Seelen ins Himmlische Vaterland aufsteigen können.
Und nur, weil diese Jungfrau auf Erden im Göttlichen Willen lebte, wie man im Himmel [in Ihm] lebt, konnten die Seligen in den Himmel eingehen und dessen Wonnen genießen.
Denn diese Himmlische Mutter bedeckt und umhüllt sie und hält sie wie verborgen in ihrer Glorie und in allen Akten, die Sie im Göttlichen Willen getan hat, sodass die Seligen in ihren Freuden die Liebe, die Werke und die Macht jener Mutter und Königin verkosten, die sie glücklich macht.
Was kann mein Wille nicht tun? [Er bringt] alle möglichen und vorstellbaren Güter [hervor], und dem Geschöpf, in dem Er herrscht, verleiht Er solche Macht, dass Er schließlich spricht: ‚Tu, was du willst, befiehl, nimm, gib, Ich werde dir nie etwas verweigern. Deine Macht ist unwiderstehlich, deine Kraft macht Mich schwach, darum lege Ich alles in deine Hände, damit du als Herrin und Königin handelst.’
Nun wisse, dass dieses Heilige Geschöpf schon von ihrer Empfängnis an den Herzschlag meines Fiat in dem ihren verspürte. In jedem Herzschlag liebte Sie Mich, und die Gottheit liebte Sie wieder mit doppelter Liebe in jedem ihrer Herzschläge. In ihrem Atem fühlte
Sie den Atem des Göttlichen Willens und liebte Uns in jedem Atemzug, und Wir vergalten Ihr mit unserer verdoppelten Liebe in jedem ihrer Atemzüge. Sie fühlte die Bewegung des Fiat in ihren Händen, ihren Schritten, ihren Füßen. In ihrem ganzen Sein fühlte Sie das Leben des Göttlichen Willens, und in all ihren Akten liebte Sie Uns für sich und im Namen aller.
Und Wir liebten Sie immer, immer, in jedem Augenblick strömte unsere Liebe wie ein reißender Fluss. So hielt Sie Uns immer aufmerksam und in Feststimmung, um ihre Liebe zu empfangen und die Unsere zu geben, dass Sie soweit kam, alle Sünden und die Geschöpfe selbst mit unserer Liebe zuzudecken.
Daher wurde unsere Gerechtigkeit von dieser unbesiegbar Liebenden entwaffnet, und Wir können behaupten, dass Sie mit unserem Höchsten Wesen tat, was Sie wollte. O, wie wünschte Ich, dass alle begriffen, was es bedeutet, im Göttlichen Willen zu leben, damit alle glücklich und heilig werden!“
(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 23. August 1936)

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… „O, wie wünschte Ich, dass alle wüssten, was es bedeutet, in meinem Willen zu wirken! Denn die Kenntnis ist wie der Appetit, der Verlangen nach der Speise erweckt, die man essen soll, und die man dann kostet.
Ohne Appetit hingegen fühlt man Abneigung gegen das Essen selbst und kostet es nicht. So ist die Kenntnis die Überbringerin meiner Gaben und Schätze zu den Seelen und die Bestätigung des Besitzes. Zudem bewirkt die Kenntnis Achtung und Wertschätzung meiner Wahrheiten.
Ich spreche erst dann, wenn Ich weiß, dass meine Worte geliebt, angehört und geschätzt werden. Ja, wenn Ich Respekt und Liebe vorfinde, dann fühle Ich Mich sogar von meiner eigenen Liebe zur Mitteilung weiterer Wahrheiten gedrängt.
Sehe Ich dies aber nicht, so schweige Ich, voll Kummer über meine zurückgedrängte Liebe. Du wirst Mir das nicht antun, nicht wahr?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 12. September 1937)